Editorial

Von Helena Zweifel / Medicus Mundi Schweiz

Die gute Nachricht zuerst: Der Nationalrat hat im Juni 2012 mit einer Zweidrittelmehrheit der neuen Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2013-2016 zugestimmt. Die neue Botschaft anerkennt die Relevanz von Gesundheit für die weltweite Entwicklung und die Notwendigkeit eines vermehrten Engagements der Schweiz. Wie Bundesrat und Aussenminister Didier Burkhalter es anlässlich der Eröffnung der Ausstellung der Swiss Malaria Group am 15. Mai 2012 in Genf ausgedrückt hat: «Dans ce message, le Conseil fédéral souligne que, dans le cadre de la coopération au développement, la santé est un sujet de portée mondiale et une des priorités de notre action. Cette approche est indispensable, car le chemin qu’il reste à parcourir pour réaliser les Objectifs du Millénaire pour le développement est encore long.»

Ein verstärktes Engagement der Schweiz in Sache internationaler Gesundheit ist bitter nötig. Denn, und dies ist die schlechte Nachricht: Die Schweiz hinkt punkto internationaler Gesundheitszusammenarbeit im europäischen Vergleich hinten nach. Im Jahr 2011 gab die Schweiz bloss 0,027 Prozent des Bruttonationaleinkommens für internationale Gesundheit aus. Damit liegt die Schweiz noch hinter Spanien und Deutschland, aber knapp vor Italien. Dies ist gewiss keine bravouröse Leistung, mit der die Schweiz sich rühmen könnte.

Die Mitglieder des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz haben sich aktiv im Prozess der Erarbeitung der Botschaft eingegeben. Sie sind anwaltschaftlich für ein verstärktes Engagement der Schweiz für Gesundheit und Wohlergehen der am meisten benachteiligten Menschen dieser Erde, für eine Stärkung der Gesundheitssysteme und eine vermehrte Beteiligung der Zivilgesellschaft eingetreten.

Damit ist unsere Arbeit jedoch nicht getan. Wir werden uns auch in Zukunft aktiv für das Recht auf Gesundheit für alle engagieren, damit wir im Jahre 2016 sagen können: Die Schweiz steht punkto finanziellem Engagement für die internationale und globale Gesundheit im europäischen Vergleich an erster Stelle. Dabei setzt sie sich konsequent und wirkungsvoll für mehr Gerechtigkeit und Gesundheit für alle ein.

* Helena Zweifel ist Geschäftsführerin des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz und Koordinatorin der Fachplattform aidsfocus.ch Kontakt: hzweifel@medicusmundi.ch