Editorial

Netzwerk Gesundheit für alle

Von Thomas Schwarz / Medicus Mundi Schweiz

Wir haben einen Akzent gesetzt: Das Netzwerk schweizerischer Organisationen der internationalen Gesundheitszusammenarbeit nennt sich seit der diesjährigen Mitgliederversammlung “Medicus Mundi Schweiz. Netzwerk Gesundheit für alle”. Mit der Namensergänzung bekräftigt und veranschaulicht Medicus Mundi Schweiz die gemeinsame Vision der im Netzwerk zusammengeschlossenen Organisationen. Ziel ist die Verbesserung der Gesundheit benachteiligter Bevölkerungen. Medicus Mundi Schweiz will dazu einen Beitrag leisten.

Gesundheit und Entwicklung: Nach über lange Zeit hinweg schwindendem Interesse der internationalen Zusammenarbeit an spezifischen Gesundheitsfragen wird der Gesundheit in den letzten Jahren vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt. Wir wollten erfahren, welchen Stellenwert die Akteure der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit heute der Gesundheit geben, welche Strategien und Ziele sie verfolgen und was sie konkret im Gesundheitsbereich unternehmen. 25 Jahre nach der Konferenz von Alma Ata haben wir deshalb in diesem Frühling mit einer Umfrage bei den schweizerischen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit einige Kernaussagen der Erklärung von Alma Ata zu Debatte gestellt. Wir dokumentieren in dieser Bulletinausgabe die eingegangenen Stellungnahmen, die ein breites Spektrum von zum Teil stark divergierenden Ansatzpunkten und Strategien zeigen. Sie haben uns auf die Idee gebracht haben, die Organisationen einmal um einen Tisch herum zu versammeln und miteinander ins Gespräch über diese grundsätzlichen Fragen zu bringen.

Viele Wege führen zu Gesundheit für alle. Den Hauptteil des Bulletins nehmen 18 kurze Projektpräsentationen ein. Die Organisationen, die sich an der Umfrage zu Gesundheit und Entwicklung beteiligt haben, wurden auch eingeladen, ein Projekt aus dem Gesundheitsbereich oder einem anderen Sektor, welches das Engagement ihrer Organisation für Gesundheit für alle exemplarisch illustriert, darzustellen. Das Spektrum der eingereichten Beiträge zeigt, dass viele Wege zu Gesundheit führen.

Erklärung von Alma Ata – noch nie gehört? Das Dokument aus dem Jahr 1978, über das in diesem Jahr viel gesprochen wird, ist wohl nicht mehr allen AkteurInnen der Gesundheitszusammenarbeit aus eigener Lektüre bekannt. Wir haben es in dieser Bulletinausgabe dokumentiert, wie auch zwei weitere Wegmarken der Auseinandersetzung mit Gesundheit für alle: die Ottawa Charter for Health Promotion (1986) sowie die vor drei Jahren lancierte People’s Charter for Health. Zwar liegen auch von Seiten der WHO und der UNO neue Dokumente vor, die die Herausforderungen an ”Gesundheit für alle im 21. Jahrhundert” treffend auf den Punkt bringen, doch lassen wir mit dem Abschlussdokument der ”People’s Health Assembly” für einmal eine ungeduldige Stimme von Organisationen der Zivilgesellschaft zu Worte kommen. Was den drei Dokumente gemeinsam ist: sie sind es nicht nur wert, wieder einmal gedruckt und archiviert, sondern auch gelesen und diskutiert – und umgesetzt - zu werden.

Einer Teilauflage dieses Bulletins beigelegt sind die Postkartenaktion “Gesundheit®: Ein Recht für alle, auch in den armen Ländern” der Erklärung von Bern sowie ein Prospekt der von Medicus Mundi Schweiz betreuten neuen Website www.sdc-health des DEZA-Gesundheitsdienstes.