Viele Wege führen zu Gesundheit: Projekte schweizerischer Organisationen

Dar es Salaam Urban Health Project

Von Nicolaus Lorenz / Schweizerisches Tropen- und Public-Health Institut (Swiss TPH)

Das Projekt zeigt exemplarisch, dass Primary Health Care sehr facettenreich ist und es ein Irrweg wäre, wenn man sich auf einzelne Aspekte, beispielsweise die Kurativmedizin in Krankenhäusern oder die reine Aufklärungsarbeit auf Gemeindeebene konzentrieren würde.

Das Dar es Salaam Urban Health Project begann 1990 im Rahmen eines bilateralen Abkommens zwischen Tansania und der Schweiz. Initial lag der Schwerpunkt auf der Rehabilitierung der staatlichen Gesundheitseinrichtungen, das heisst jeweils drei Distriktkrankenhäuser und über 50 Gesundheitszentren und Entbindungsstationen. In einer zweiten Phase wurde dann die funktionale Rehabilitierung des städtischen Versorgungssystems angegangen und Grundlagen für eine Rationalisieung der Gesundheitsdienste und deren Effizienzsteigerung geschaffen.

Diese Erfahrungen sind massgeblich in die Reform des tansanischen Gesundheitswesens eingeflossen. Parallel zur Stärkung des staatlichen Gesundheitsversorgungsystems wurden Pilotinterventionen zur Gemeindebeteiligung unternommen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Unterstützung beim Aufbau von “Health Boards”, die in jeder Gesundheitseinrichtung, in jedem Distrikt und dann als “Health Board Association” auch auf Stadtebene eingerichtet wurden.

Vor allem letztere Struktur hat das Potential, einerseits ein Gegengewicht zur staatlichen Gesundheitsadministration zu werden und andererseits durch die Stärkung der Zivilgesellschaft auch Einfluss auf die “ins Kraut schiessende” Entwicklung privater Gesundheitsanbieter auszuüben.

Land/Region: Tansania, Dar es Salaam
Sektor: Gesundheit
Zeitraum/Projektphase: Oktober 1990 bis Dezember 2002
Schweizerische Organisation: Schweizerisches Tropeninstitut
Website Organisation: www.sti.ch
Kontakt: Nicolaus Lorenz, Bereichsleiter und Mitglied der Institutsleitung, nicolaus.lorenz@unibas.ch
Informationen: Das Projekt wurde bereits in mehreren früheren Ausgaben des Bulletins von Medicus Mundi Schweiz (Nrn. 68, 71 und 79) dargestellt.