Viele Wege führen zu Gesundheit: Projekte schweizerischer Organisationen

Grundbildung und Sicherung des Lebensunterhalts für Kinder

Von Amsale Mulugeta Alemu / Stiftung Kinderdorf Pestalozzi

Das erste Projekt der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, das vollumfänglich unserer neuen Strategie entspricht, zeigt, wie Gesundheitsmassnahmen als flankierende Projektbestandteile eingegliedert werden.

Flexibilität und Unkompliziertheit prägen den Stil, wie unsere Partnerorganisation EFDA Kindern den Zugang zu Bildung ermöglicht. In sechs gemeinschaftlich organisierten und auch staatlich unterstützten Bildungszentren erhalten 1200 Schulkinder Unterricht, die bisher keinen Zugang zu Schulbildung hatten. Doch Unterricht bedeutet für EFDA mehr als sich nur Wissen anzueignen. Kenntnisse und Fähigkeiten über ihre soziale und natürliche Umgebung werden den Kindern genauso vermittelt wie die Entwicklung einer gesunden Einstellung, mit der sie schliesslich ihr Leben in die Hand nehmen und produktive, selbstbewusste Mitglieder ihrer Gemeinschaft werden. Dank der Beteiligung der Gemeinschaft an den informellen Bildungseinrichtungen kann die Grundbildung an deren Probleme und Bedürfnisse angepasst und durch die örtlichen Kenntnisse und Erfahrungswerte bereichert werden. Dies bildet eine gute Grundlage für die Förderung der Bildung als Mittel zur Bekämpfung der Armut. Der flexible Unterricht im informellen Bildungssystem, der Unterricht in der Muttersprache und die Art der Problemlösung unterstützen die Kinder darin, immer noch für ihre Familien tätig zu sein, um so zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Familien beizutragen.

Zwischen dem informellen und dem formellen Bildungssystem besteht eine enge Verbindung. Ressourcen werden geteilt und optimal genutzt. Im formellen Schulsystem halten so innovativere und lernzentriertere Methoden Einzug, während das informelle System bei der Festsetzung der “Meilensteine” für die Bildung und der minimalen Lernziele profitiert. So ist auch die Grundlage für den Übertritt der SchülerInnen aus dem informellen Unterricht in das formelle Bildungssystem sicher gestellt.

Dies ist um so wichtiger, als eine zweite Gruppe von Schulkindern an diesem Projekt teilnimmt. Die 2200 Schulkinder erhalten qualitativ bessere und kindergerechte Bildung, indem die Lehrkräfte an ihren zwei Grundschulen weiter ausgebildet werden. Das schulische Umfeld wird verbessert. Dadurch werden immer mehr Kinder animiert zu lernen, was wiederum die Lehrerinnen und Lehrer motiviert, effizient zu unterrichten. Die Schulen werden Zentren guter und zweckmässiger Wissensvermittlung für Kinder, die so zu selbstbewussten und produktiven Bürgerinnen und Bürgern heranwachsen. Die Gemeinschaft beteiligt sich bei der Gestaltung des schulischen Lebens zunehmend an der Entscheidfindung und der Leitung der Schulen.

Das Projekt schliesst Berufsbildungsprogramme und Massnahmen gegen das Analphabetentum ein. Des weiteren gehören Programme zur Bewusstseinsbildung, Prävention und gesellschaftlicher Rehabilitation im Zusammenhang mit HIV/Aids zum Projekt.

Im letzten Jahr tauchte zudem ein weiteres, zentrales Problem auf; auch für die Schulbildung – das Wasser. Kinder und ihre Mütter laufen bis zu zwei, drei Stunden, um Wasser aus dem Fluss zu schöpfen. Ist der Fluss trocken, laufen sie noch weiter. Die Gemeinschaft hat nun Wasserstellen auf zentralen Plätzen errichtet und Leitungen in zwei Schulen verlegt. 10'000 Menschen haben auf diese Weise täglich frisches Trinkwasser.

Land/Region: Äthiopien
Sektor: Zugang zu Bildung / Wasserversorgung in ruralen Gegenden
Zeitraum/Projektphase: 2002-2004 / Phase I
Schweizerische Organisation: Stiftung Kinderdorf Pestalozzi
Website Organisation: www.pestalozzi.ch
Kontakt: Amsale Mulugeta Alemu, Projektverantwortliche Ostafrika, a.mulugeta@pestalozzi.ch