Viele Wege führen zu Gesundheit: Projekte schweizerischer Organisationen

Mehr Wissen für Biobäuerinnen

Von Heidi Keita-Gautschi / Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS

In vielen Gegenden Senegals setzen sich die Bauern und Bäuerinnen Gefahren bei der Landarbeit aus: Sie wenden chemische Insektizide und Pestizide in grossen Mengen und auf falsche Art und Weise an. Damit setzen sie ihre Gesundheit und diejenige ihrer Familien aufs Spiel. Der jahrelange Einsatz von Chemie auf den Feldern hat zu einer massiven Schädigung der Böden geführt. Eine Umkehr zu ökologischen Methoden in der Landwirtschaft tut not.

Die senegalesische Nichtregierungsorganisation ENDA-PRONAT (Protection naturelle) wurde 1982 gegründet und arbeitet eng mit der 1994 gegründeten Bauernvereinigung Diender in der Küstenregion bei Thiès zusammen. Dieser angeschlossen sind alle 24 Dörfer des Bezirks Diender. Hauptziel der Vereinigung ist es, den Ressourcenschutz und die Ernährungssicherheit der Bevölkerung durch nachhaltige Landwirtschaft zu verbessern. Jedes Dorf ist mit zwei Repräsentanten, einem Mann und einer Frau, darin vertreten. Waren es zunächst nur vier, dann zehn Dörfer, die sich zusammengeschlossen hatten, sind es nun seit 2000 dank der Sensibilisierungsarbeit von ENDA-PRONAT alle 24 Dörfer. Innerhalb der Vereinigung haben sich verschiedene Komitees gebildet, zum Beispiel der Verwaltungsrat, der Rat der Spar- und Kreditkasse, die Gruppe der Bioproduzenten sowie das Netz “femmes rurales”, welches auch Mitglied des gleichnamigen nationalen Netzes ist.

In dem von HEKS und Fastenopfer gemeinsam unterstützten Projekt an der Küste werden Bäuerinnen besonders gefördert, weil ihnen der Zugang zu Ausbildung, Landerwerb und Produktionsmitteln oft erschwert wird. ENDA-PRONAT stellt den Frauen Saatgut und Setzlinge zur Verfügung und zeigt ihnen, wie natürliche Dünger und wirksame biologische Alternativen zu den chemischen Insektiziden und Pestiziden produziert werden können. Die Frauen bauen vor allem Zwiebeln, Karotten, Kohl, Auberginen, Peperoni, Pfefferschoten, Tomaten und Melonen an.

ENDA-PRONAT hat gemeinsam mit den Bauernfamilien folgende Ziele für die kommenden Jahre festgelegt:

  • Organisatorische und institutionelle Stärkung der Bauernvereinigung von Diender
  • Förderung des Zugangs zu Land und Produktionsmitteln
  • Beherrschen von Techniken und Methoden für eine gesunde und nachhaltige Landwirtschaft
  • Lokales Sparprogramm

Diese Ziele sollen mit Seminaren zu Bodenrechtsfragen, unter besonderer Einbeziehung von Frauen und Jugendlichen, sowie mit der Unterstützung der Lobbyarbeit der Bauernvereinigung bei lokalen Regierungsvertretern erreicht werden.

Land, Region: Senegal, Departement Diender (Niayes), bei Thiès
Sektor: Landwirtschaft
Schweizerische Organisation: Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz
Website: www.heks.ch
Kontakt: Heidi Keita-Gautschi, Programmbeauftragte für Senegal