Viele Wege führen zu Gesundheit: Projekte schweizerischer Organisationen

Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsversorgung

Von Lorenz Indermühle / Schweizerisches Rotes Kreuz SRK

Das Beispiel Laos ist repräsentativ für die SRK-Basisgesundheitsstrategie. Es hat im nationalen Kontext des Landes geradezu Pioniercharakter. Die Frage der Nachhaltigkeit mit einer transparenten Finanzierung und effektiven lokalen Eigenleistung erfährt hier ebenfalls eine adäquate Antwort.

Mit einem Unterbruch von 1975 bis 1989 ist das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) seit dem Vietnam-Konflikt in Laos aktiv. Bis zum Jahr 2000 konzentrierte sich die Zusammenarbeit vor allem auf die Ausbildung von Gesundheitspersonal und die Stärkung von Infrastruktur und Management in den nördlichen Provinzen von Laos. Heute engagiert sich das SRK für die Verbesserung des öffentlichen Gesundheitssystems im Distrikt Nambak im Norden von Laos.

Ziel des SRK-Gesundheitsprojektes in Nambak ist einerseits die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Die Bevölkerung, insbesondere die Mütter und Kinder, soll Zugang zum öffentlichen Gesundheitsdienst erhalten, der bessere Qualitätsleistung zu angepassten Preisen bietet und somit aktiv dafür sorgt, die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit zu reduzieren. Daneben sollen neue Methoden und Konzepte zur Reorganisation des bestehenden Gesundheitsdienstes auf Distriktebene eingeführt werden. Die begrenzten vorhandenen Mittel (Finanzen, Material, Personal) sollen effizienter und effektiv zum Wohl der Bevölkerung eingesetzt werden.

Diese Ziele versucht das SRK gemeinsam mit der Regierung und den Gesundheitsbehörden der Provinz Luang Prabang sowie dem Distrikt Nambak und mit dem “Management Unit” des Gesundheitssystems im Nambak Distrikt zu erreichen. Es handelt sich um ein erstes solches Projekt in Laos. Es könnte somit richtungsweisend für ähnliche Projekte in anderen Distrikten und Provinzen werden.

Globaler Ansatz

Im laotischen Gesundheitskontext herrscht eine Unausgeglichenheit zwischen den Gesundheitsanbietern. Schlecht ausgebildete Privatanbieter verlangen hohe Preise für Behandlungen, während im öffentlichen Sektor vielfach das Personal abwesend ist. Verschiedene Programme des Gesundheitsministeriums und anderen Organisationen (Malaria, Impfkampagnen, Drogenentzug und -prävention) verlaufen vertikal und sind nicht in die Distriktgesundheit eingebettet. Um diesen Herausforderungen zu entsprechen, wurde mit allen Partnern ein Vertrag eingegangen, der die Einbettung aller Gesundheitsprogramme in die Distriktgesundheit vorsieht.

Das Projekt führte ein Kostenbeteiligungssystem ein. Für die erbrachten Leistungen hat die Bevölkerung ein erhöhtes Mitspracherecht im Betrieb «ihrer» Gesundheitszentren erhalten und auch bessere Dienstleistungen durch das Personal, das, motiviert durch leistungsabhängige Prämien, besser arbeitet und sich für die Gesundheitsanliegen und -probleme der Leute interessiert und engagiert. Die finanzielle Beteiligung des Staates, anderer Organisationen und des SRK sind in genanntem Vertrag geregelt. Zudem wurden mobile Kliniken aktiviert. Aufgrund dessen erhöhten sich die ambulanten Behandlungen in 15 Monaten um 250 Prozent. Die Zusammenarbeit mit privaten Anbietern wird gesucht, und Weiterbildung für Personal ist weiterhin von Bedeutung.

Das gesamte System ist noch neu und für Laos sehr innovativ. Aus diesem Grund gilt es immer wieder, in Evaluationen und Rückblick beziehungsweise Ausblick die Machbarkeit zu überprüfen. Ein Spezialist für Public Health und eine laotische Ärztin begleiten das Projekt permanent. Zudem überprüft ein Gesundheitsökonom regelmässig das Finanzierungskonzept. Zusätzlich interessiert sich eine technische Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums sowie Vertreter/innen des laotischen Tropeninstituts für das Projekt, mit der Idee, den Ansatz in Laos zu einem späteren Zeitpunkt zu duplizieren.

Land/Region: Nordlaos, Provinz Luang Prabang (400'000 Einwohner), Distrikt Nambak (55'000 Einwohner)
Sektor: Gesundheit
Zeitraum/Projektphase: Drei Jahre (September 2000 – Oktober 2003). Eine Folgephase von zwei Jahren ist ab Ende 2003 bis Oktober 2005 vorgesehen.
Schweizerische Organisation: Schweizerisches Rotes Kreuz
Website Organisation: www.srk.ch
Kontakt: Lorenz Indermühle,
Informationen: siehe auch Bulletin von Medicus Mundi Schweiz Nr. 86 (Gesundheitsförderung)