Globaler Fonds unter Druck

Erfolge leichtfertig aufs Spiel gesetzt

Von aidsfocus.ch / Medicus Mundi Schweiz

Die internationale Gemeinschaft trocknet den im Kampf gegen Aids erfolgreichen Globalen Fonds finanziell aus. Betroffen sind 34 Millionen Menschen mit HIV, die meisten von ihnen in den Ländern des südlichen Afrikas. Zum Weltaidstag fordert die von MMS geführte Fachplattform aidsfocus.ch die Schweizer Regierung auf, ihren Beitrag im Kampf gegen Aids zu leisten und die finanzielle Unterstützung des Globalen Fonds zu erhöhen.

Im Jahr 2010 infizierten sich 2,7 Millionen Menschen neu mit HIV und 1,8 Millionen starben an den Folgen von Aids. Heute leben 34 Millionen Menschen mit HIV und Aids. Dies ist eine Million mehr als noch vor einem Jahr.

Dank dem weltweiten politischen Engagement von Regierungen und Organisationen der Zivilgesellschaft im Kampf gegen die Aidsepidemie konnten Erfolge erzielt werden. Laut dem aktuellen Report der UNO-Aidsorganisation (UNAIDS) ist die Zahl der jährlichen Neuinfektionen mit HIV weltweit zurückgegangen. Und die Zahl der HIV-positiven Menschen, die mit Aidsmedikamenten behandelt werden konnten, ist in den letzten Jahren beachtlich gestiegen.

Globaler Fonds stoppt Finanzierung

Doch diese Erfolge sind gefährdet, da die dafür notwendige Finanzierung fehlt. Weltweit haben Geberländer ihre Budgets für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) gekürzt. Die Folge: Bis 2014 können keine neuen Gelder im Kampf gegen HIV mehr gesprochen werden.

Die Kürzung der Gelder hat drastische Auswirkungen in Entwicklungsländern, in welchen die Behandlungen von 70% der HIV-PatientInnen durch Gelder des Globalen Fonds ermöglicht werden. Länder wie Simbabwe, Lesotho und Mosambik, die für ihre nationalen Aidsprogramme auf Gelder des GFATM angewiesen sind, können erst 2014 wieder neue Finanzierungsanträge einreichen.

Folgen für Menschen in Lesotho

In den Ländern im südlichen Afrika, in welchen die meisten HIV-positiven Menschen leben und die Partnerorganisationen der Fachplattform aidsfocus.ch arbeiten, sind die Folgen besonders spürbar. Der Schweizer Arzt Dr. med. Niklaus Labhardt, der im Auftrag von SolidarMed in Lesotho zusammen mit einem lokalen Team ein HIV-Projekt betreut, weiss, was die Kürzungen beim GFATM bedeuten: Das Leben mit HIV ist „erträglich, wenn die Therapie Tag für Tag eingehalten wird, aber tödlich, wenn die Therapie zu spät begonnen oder unterbrochen wird.“

Bereits heute spüren Ärzte und PatientInnen, dass frühere Runden des GFATM teilweise auslaufen. „In Lesotho haben 600 HIV-BeraterInnen die Kündigung erhalten. An einem der Spitäler an denen SolidarMed arbeitet fällt die Zahl der Berater somit von 9 auf 2“, sagt Labhardt.

Die Schweiz soll ihren Beitrag erhöhen

Die Schweiz ist gefordert. Im Jahre 2011 hat die Schweiz dem Globalen Fonds 8 Millionen Franken zugesprochen. Dies ist angesichts der wirtschaftlichen Stärke der Schweiz ein zu bescheidener Beitrag. Die vom Netzwerk Medicus Mundi Schweiz geführte Fachplattform aidsfocus.ch fordert die Schweiz auf, ihren Beitrag an den Globalen Fonds sofort massiv zu erhöhen, damit die Menschen, die einer Behandlung bedürfen, auch die notwendigen Medikamente bekommen, damit weitere Neuinfektionen verhindert werden.

medicusmundi.ch

Menschenrecht Gesundheit: Die Dokumentation

Gesundheit ist ein Menschenrecht: Das ist der oft vergessene Kern der internationalen Gesundheitspolitik und der Gesundheitszusammenarbeit. Doch noch immer sterben jedes Jahr in den Entwicklungsländern Millionen Menschen an leicht vermeidbaren Krankheiten. Das Menschenrecht Gesundheit wird ganz grundsätzlich verletzt. Dem Thema Gesundheit als Menschenrecht widmete sich das diesjährige MMS Symposium. Die Präsentationen, Medienberichte und Hintergrundartikel finden Sie auf: http://www.medicusmundi.ch/mms/services/events/Symposium2011/dokumentation

Gesundheitspositionspapier von MMS

Gesundheit in der Aussen- und Entwicklungspolitik
Im Winter 2012 wird der Bundesrat dem Parlament seine „Botschaft 2013–2016 zur internationalen Zusammenarbeit“ vorlegen. Die Botschaft und ihre Kernaussagen werden die internationale Zusammenarbeit der Schweiz in den nächsten Jahren prägen. Das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz erwartet von der Botschaft 2013-2016 ein verstärktes Engagement der Schweiz für das Recht auf Gesundheit. Das Positionspapier finden Sie auf unserer Website:
http://bit.ly/tmTk5B

Chronische Krankheiten

Neue Gefahr für Entwicklungsländer?
Nichtübertragbare, chronische Krankheiten entwickeln sich weltweit zu einer Gefahr für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Die Uno widmete ihnen eine Gipfelkonferenz in New York – allerdings mit einer zu eingeschränkten Perspektive. Gemeinsam haben verschiedene MMS Mitgliedorganisationen Meinungsartikel in der Neuen Zürcher Zeitung und in Le Temps publiziert. Die Artikel sind in unserem Medienspiegel dokumentiert.
http://www.medicusmundi.ch/mms/media/medienspiegel

Maladies chroniques

Une réponse globale au fléau mondial des maladies chroniques
"Le pays pauvres qui s'engagent à lutter contres les MNT ne devraient pas avoir à choisir entre prévention et soins," écrivent Slim Slam (SIM/Geneva Health Forum) et Petra Schroeter (Handicap International Suisse) dans Le Temps pour le Réseau Medicus Mundi Suisse. Le texte est montré sur :
http://www.medicusmundi.ch/mms-fr/media/medienspiegel/