HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

Ein Spital verschreibt sich dem Kampf gegen Aids

Von Rudolf Fischer / SolidarMed

Eines der grössten Probleme des Seboche Hospitals, eines Partnerspitals von SolidarMed im Norden Lesothos, ist die Zunahme der HIV-Infektionen und der an Aids erkrankten Patientinnen und Patienten. SolidarMed unterstützt deshalb das Seboche-Spital bei der Durchführung eines Unterstützungs- und Präventionsprojekts. Das Projekt umfasst die psychologische Betreuung von Betroffenen, die Heimpflege von Patientinnen und Patienten sowie ein Präventionsprogramm.

Das Seboche Hospital betreut mit seinen vier Aussenstationen eine Region mit rund 55‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Eines der grössten medizinischen Probleme am Seboche-Spital sind die Erkrankungen im Zusammenhang mit Aids. Die Anzahl der HIV-positiven Patientinnen und Patienten steigt kontinuierlich an. Im Jahr 2000 wurde in Lesotho eine HIV-Studie durchgeführt, an der die meisten Spitäler teilnahmen. Insgesamt wurden über 7000 Patientinnen und Patienten anonym getestet: 34,6 Prozent waren HIV-positiv. Das Seboche-Spital führte 601 Blutentnahmen durch, wovon 28 Prozent positiv waren. Das Spital versorgt ein abgelegenes ländliches Gebiet, wo junge Frauen dazu tendieren, früh zu heiraten und früh sexuell aktiv zu sein. Dadurch sind sie für eine HIV-Ansteckung besonders gefährdet. So umfasst das von SolidarMed unterstützte Präventionsprogramm unter anderem auch Aufklärungsarbeit an Schulen.

Um die bereits erkrankten Patientinnen und Patienten besser zu unterstützen, hat das Seboche-Spital begonnen, Hausbesuche zu machen. Derzeit werden 50 Aidspatientinnen und -patienten zuhause betreut. Das „Primary Health Care“-Team des Spitals führt auch Beratungsgespräche mit Angehörigen durch, damit diese die Grundzüge der Heimpflege erlernen.

Ein spezielles Augenmerk richtet das „Primary Health Care“-Team des Seboche-Spitals auf von HIV betroffene Frauen. Die Frauen werden motiviert, sich in Selbsthilfegruppen zusammenzuschliessen. So können sie psychologisch besser betreut werden. Ziel ist es zudem, sie zu mehr Selbstständigkeit zu befähigen. Die Frauen sollen lernen, einfache Gebrauchsartikel, wie beispielsweise Seife, selber herzustellen und zu verkaufen.

Weitere wichtige Bevölkerungsgruppen, welche speziell angesprochen werden, sind die Männer, die Jugendlichen und die Lehrkräfte. Für diese Gruppen werden auf sie zugeschnittene Seminare durchgeführt. Zudem soll aus jeder Gruppe eine Anzahl Personen ausgewählt werden, welche als Vermittler ausgebildet werden. Sie werden ihr durch das Programm erworbenes Wissen später an ihre jeweiligen Bezugsgruppen weitergeben. Dies soll dazu beitragen, an den Schulen und in der Bevölkerung das Wissen um HIV und Aids sowie um die entsprechenden Präventionsmöglichkeiten zu fördern, die Zahl der Neuinfizierungen zu senken und somit der Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten.

Schweizerische Organisation(en)

SolidarMed

Partnerorganisation(en)

Seboche-Hospital, Butha Buthe, Lesotho (Projektträger)
Diözese Leribe, Butha Buthe, Lesotho (Rechtssträger)

Stichwörter

Prävention und Gesundheitsförderung
Behandlung und Pflege
Menschenrechte und Integration von Kranken in die Gemeinschaft
integrierte, transversale Ansätze
Förderung von Selbsthilfeorganisationen

Land, Region

Lesotho

Zeitraum

 

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