HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

Information und Sensibilisierung zu HIV/Aids

Von Jan Suter / Aids-Hilfe Schweiz

Somaliland und Somalia erleben nach einer Periode politischer Unruhen nun eine politische und soziale Neustrukturierung. Die Rückkehr grosser Zahlen von Bürgerkriegsflüchtlingen und die allgemeinen Entwicklungsprobleme stellen die Volkswirtschaften der beiden ressourcenschwachen Staatswesen vor grosse Probleme. HIV/Aids wird in dieser Situation trotz einer mutmasslich noch niedrigen Prävalenz zum Problem, zumal sowohl Gesundheitsdienste als auch das Wissen um die Infektion in der Bevölkerung defizient sind. Beide Länder (Somaliland ist international nicht anerkannt) sind in Bezug auf HIV/Aids ein weisser Fleck auf der Landkarte; es sind kaum Statistiken vorhanden, und die Tätigkeit der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ist punktuell.

Die Aids-Hilfe Schweiz hat im vergangenen Jahr ein Radioprogramm zur Gesundheitsförderung für somalische MigrantInnen in der Schweiz konzipiert und durchgeführt. Der Moderator und Mitautor Bashir Gobdon hat sich zum Ziel gesetzt, die dort vermittelten Botschaften und Informationen auch in seinem Heimatland zu verbreiten. Er hat auf einer ersten Informationsreise bestehende Präventionsprogramme in Hargeisa, Somaliland, besucht und bei Medien, im Sozialbereich tätigen NGOs und Behörden für das Problem HIV/Aids sensibilisiert. Daraus ist ein Projekt entstanden, das bestehende Organisationen in ihren Anstrengungen in der HIV/Aidsprävention unterstützt, ihnen Mittel dazu in die Hand gibt und den Austausch und die Verbreitung von Wissen zur HIV-Infektion und zur Prävention fördert. Ziel ist eine verbesserte Information der Bevölkerung im Hinblick auf Verhinderung der Ausbreitung von HIV/Aids und die Integration von Präventionsbotschaften in Berufsbildungsprogramme, Radiosendungen, Schulunterricht und soziale Projekte. Zielgruppe sind insbesondere Jugendliche, die in bestehenden Projekten und Organisationen erreicht werden sollen. Neben der in Hargeisa tätigen Organisation Havoyoco, die Programme für und mit Strassenkindern durchführt, sind in Merca und Mogadishu zwei Organisationen identifiziert worden, die erste Aktivitäten in der HIV/Aidsprävention entwickelt haben, die sie ausweiten und methodisch verbessern möchten.

Ein zweiter Projektschritt ist die Erarbeitung einer den lokalen Verhältnissen angepassten Präventionsbroschüre im Lande selbst. Dazu werden Radiosendungen auf der Grundlage der in der Schweiz gemachten Erfahrungen ausgestrahlt. Die bereits begonnene Verteilung von Präservativen (inkl. der Vermittlung begleitender Informationen in Workshops) wird fortgesetzt werden. In einer dritten Phase im Frühjahr 2003 sollen die Erfahrungen der laufenden Präventionskampagne in Hargeisa in einem Workshop den in Merca und Mogadishu tätigen, weniger etablierten NGOs zugänglich gemacht werden.

Schweizerische Organisation(en)

Aids-Hilfe Schweiz
Somalischer Kulturverein Zürich

Partnerorganisation(en)

Havoyoco, Hargeisa

Stichwörter

Prävention und Gesundheitsförderung
integrierte, transversale Ansätze
Förderung von Selbsthilfeorganisationen
Kinder und Waisen
Migration

Land, Region

Somalia und Somaliland (Hargeisa, Merca, Mogadishu)

Zeitraum

2002/2003 (mit Option auf Verlängerung)

Kontakt

Jan Suter, Fachstelle Internationales, Aids-Hilfe Schweiz
Konradstr. 20, Postfach 1118, 8031 Zürich
Tel. 01 447 11 25, jan.suter@aids.ch, www.aids.ch

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