HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

Stärkung von sozial Benachteiligten und Aidsbetroffenen

Von Andreas Loebell / Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS


Alle Projektpartner von HEKS in Südafrika sind gefordert, sich mit dem Problem HIV/Aids auseinanderzusetzen. Diakonia ist ein Sozialwerk, das sich in Zusammenarbeit mit dem Südafrikanischen Kirchenrat SACC und weiteren Organisationen für die Rechte der sozial Benachteiligten in der Provinz Kwa Zulu Natal einsetzt. PACSA ist zuständig für soziale Arbeit in Pietermaritzburg.

Overport bei Durban: Fachliche Beratung, Unterstützung und Einkommen für Aids-Kranke
Eine ganze Abteilung des Diakonia-Hospitals McCord in Overport steht für die Untersuchung, Beratung und Betreuung von monatlich rund 450 HIV/Aids-Betroffenen bereit. Es suchen etwa gleich viele Männer wie Frauen das Spital auf. Während die meisten Frauen während einer Schwangerschaft erfahren haben, dass sie HIV-positiv oder an Aids erkrankt sind, ist die Bereitschaft der Männer, sich testen zu lassen, viel niedriger. Die meisten infizierten Frauen suchen nicht lange nach Erklärungen für ihre Erkrankung, sondern widmen sich nach der Diagnose aktiv der Bewältigung ihrer Situation.

Einzelne Frauen erzählen von Ausgrenzungen, Schuldzuweisungen und Vorwürfen, die sie von Kirchenvertretern erfahren haben, nachdem diese erfahren hatten, dass sie krank sind. Im Spital hilft eine Pfarrerin den Frauen im Endstadium der Krankheit, mit ihren Ängsten umzugehen. Eines der grössten Probleme ist die Frage, was nach ihrem Tod mit den Kindern geschehen wird.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Herstellung von Schmuck und Anhängern aus farbigen Glasperlen. Innerhalb und ausserhalb des Spitals beteiligen sich rund 50 Frauen und ein paar wenige Männer an dieser Produktion. Die eine Hälfte des Verkaufspreises erhalten die Beteiligten als Einkommen, mit der anderen Hälfte werden die Kosten der Medikamente gedeckt, welche zur Symptomlinderung kostenlos an die Aidskranken abgegeben werden.

Highschool Mpophemeni: Lernen, sich selbst zu sein
Das Township Mpophemeni ist in den 80er Jahren entstanden – vor allem durch Flüchtlinge und intern Vertriebene des regionalen Bürgerkrieges. Rund vier Fünftel der 750 Schülerinnen und Schüler der Highschool Mpophemeni wachsen ohne ihre Väter auf, viele von Ihnen sind Vollwaisen. Viele der Familien überleben nur dank der Rente einer Grossmutter oder eines behinderten Familienmitgliedes.

Das Township liegt in einem Gebiet, das die höchsten HIV/Aidsinfektionsraten im südlichen Afrika aufweist: 25 bis 40 Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv. Wöchentlich führt PACSA an der örtlichen Highschool Workshops mit den verschiedenen Schulklassen durch. Unter Einbezug der 18 Lehrpersonen veranstalten die Mitarbeiterinnen von PACSA Workshops zu zentralen Fragen der Jugendlichen: Entscheidfindung, der Umgang mit Drogen, Beziehungen zu Freundinnen und Freunden sowie Eltern, den Gebrauch von Kondomen oder Schutz der eigenen Integrität und des eigenen Körpers.

PACSA benutzt Theaterformen oder Gedichte, um stark tabuisierte Inhalte ansprechbar zu machen. Zum Beispiel sind in den Midlands von Kwa Zulu Natal sexuelle Übergriffe auf Kinder – Mädchen wie Jungen – häufig. Für die Schülerinnen und Schüler und für das Lehrpersonal bedeutet die Arbeit von PACSA eine wertvolle Unterstützung. PACSA bietet an, was weder Schule noch Elternhaus den Jugendlichen ermöglichen: eine aktive Auseinandersetzung mit Gewalt, HIV/Aids und sozialer Marginalisierung.

Schweizerische Organisation(en)

HEKS – Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz

Partnerorganisation(en)

Diakonia Südafrika; Kwa Zulu Natal
PACSA, Pietermaritzburg Agency for Christian Social Awareness

Stichwörter

Prävention und Gesundheitsförderung
Behandlung und Pflege
Menschenrechte und Integration von Kranken in die Gemeinschaft
integrierte, transversale Ansätze
Förderung von Selbsthilfeorganisationen
Kinder und Waisen

Land, Region

Südafrika, Kwa Zulu Natal

Zeitraum

bis auf weiteres

Kontakt

HEKS
Stampfenbachstrasse 123
Postfach 332
8035 Zürich
Tel. 01 361 66 00
www.heks.ch

Publikationen

Zum integrierten Ansatz der Arbeit von HEKS: siehe auch Projekt „HIV/Aidsprävention in Ho Chi Minh-Stadt“