HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung

Strassenkinderprojekt in Kenia

Von Rao Satapati / CO-OPERAID

Anfangs 2002 hat CO-OPERAID mit dem Aufbau eines neuen Projektes zugunsten von Strassenkindern in den Armenvierteln von Nakuru begonnen. Die meisten dieser Kinder sind Aidswaisen, die in den Slumgebieten von Rhonda in Nakuru, einer Stadt 150 Kilometer nördlich von Nairobi, leben.

Durch die Aidsepidemie sind in Kenia ca. 1.2 Millionen Kinder Aidswaisen geworden. In der Provinz Rift Valley zählt die Stadt Nakuru am meisten Aidswaisen. Weil diese Stadt ein wichtiger Strassenverkehrs-Knotenpunkt ist, übernachten da sehr viele Durchreisende auf ihren langen Fahrten. Grassierende Prostitution ist die Folge, was wiederum die grosse Gefahr der vermehrten Ausbreitung von HIV/Aids nach sich zieht. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist Aids weltweit am weitesten verbreitet, und auch in Kenia fordert diese Krankheit viele Opfer.

CO-OPERAID hat das Strassenkinderprojekt auf Anfrage der kenianischen Partnerorganisation Learning and Development Kenya (LDK) konzipiert. Seit Januar 2002 unterstützt CO-OPERAID dank eines Beitrags von „antwort auf aids (aaa)“, einer Zweigstelle der Aids-Hilfe Schweiz, das LDK-Projekt im Elendsviertel Rhonda, Nakuru. Dieses Projekt umfasst

a) die Einschreibung derjenigen Kinder in die lokalen Schulen, die bis jetzt noch nicht eingeschult worden sind
b) die Beratung der Kinder und Jugendlichen über Aidsprävention, um eine dauerhafte Verhaltensänderung zu erzielen
c) die Bestimmung von Schulen und Ausbildungsstätten zur Aufnahme der Strassenkinder
d) die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen lokalen Organisationen, die im Aidsbereich tätig sind
e) die Durchführung von Mikrokredit- und Berufsbildungsprojekten
f) die Bewusstseinsbildung durch Strassentheater und andere Massnahmen, um die lokale Bevölkerung über die Gefahren von Aids aufzuklären.

Ein Zentrum für Aidswaisen

In Zusammenarbeit mit den SlumbewohnerInnen wurde ein Zentrum eingerichtet, wohin jeden Tag etwa 215 Kinder im Vorschulalter zur Vorbereitung für den Eintritt in die reguläre Regierungsschule kommen. Das Zentrum funktioniert einerseits wie ein Kindergarten und leistet andererseits einen wichtigen Beitrag im Bereich der Aidsprävention. Die Arbeit ist nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf deren Geschwister, Eltern und andere Familienangehörige ausgerichtet.

Zwei Workshops zur Aidsproblematik für junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Persönlichkeiten auf Quartierebene organisiert. Die Zielsetzungen der Workshops waren Aidsprävention und nachhaltige Verhaltensänderungen unter den Jugendlichen. Zu den Teilnehmenden an den Workshops zählten Regierungsvertreter aus den Bereichen Gesundheit, Soziale Dienstleistungen und Provinzadministration sowie VetreterInnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich mit der Aidsproblematik befassen. Zum Welttag gegen Kindsmissbrauch wurde in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium für den 19. November 2002 eine grössere öffentliche Veranstaltung vorbereitet.

Schweizerische Organisation(en)

CO-OPERAID, in Zusammenarbeit mit:
„antwort auf aids (aaa)

Partnerorganisation(en)

Learning and Development Kenya (LDK), Nakuru, Kenya

Stichwörter

Prävention und Gesundheitsförderung
Psychosoziale Beratung und Begleitung
Menschenrechte und Integration von Kranken in die Gemeinschaft
integrierte, transversale Ansätze
Kinder und Waisen

Land, Region

Kenia, Nakuru

Zeitraum

Wird weitergeführt

Kontakt

CO-OPERAID, Kornhausstr. 49, Postfach 152, 8042 Zürich
Tel. 01 363 57 87, co-operaid@bluewin.ch, www.co-operaid.ch

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