aidsfocus.ch zum Ende der Aids-Konferenz in Washington

Eine Wende ist möglich, wenn jetzt gehandelt wird

Von Helena Zweifel / Medicus Mundi Schweiz

Washington, 27. Juli 2012 - Die heute zu Ende gehende 19. Internationale Aidskonferenz hat gezeigt, dass eine künftige Generation ohne Aids möglich ist. Wir stehen an einem einzigartigen Zeitpunkt in der Geschichte der Aidsepidemie. Mit dem heutigen Stand der Wissenschaft können Millionen von Menschenleben gerettet werden, wenn wir alle Präventionsstrategien implementieren und Menschen möglichst frühzeitig mit lebensrettenden anti-retroviralen Medikamenten behandeln.

Ein breites Spektrum von Präventionsmethoden steht heute zur Verfügung. Bewährte Methoden sind Kondome sowie der Verhinderung der Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Neugeborene durch antiretrovirale Medikamente. Zu den neueren Präventionsmethoden zählt die frühzeitige Behandlung von HIV-positiven Menschen mit Aids-Medikamenten, die die Behandelten deutlich weniger ansteckend macht. Spätestens seit der Konferenz in Washington ist klar, dass jede weitere Verzögerung in der Behandlung zu zusätzlichen HIV-Infizierten führt.

Ein Hindernis für erfolgreiche HIV-Präventionsmassnahmen stellt in vielen Teilen der Erde die gesellschaftliche Diskriminierung von Gruppen dar, die besonders von HIV betroffen sind: Männer, die Sex mit Männern haben, SexarbeiterInnen und Drogennutzende. Berichte von Betroffenen zeigten auf, dass jegliche Form der Diskriminierung beseitigt werden muss. Nur wenn die Menschenrechte aller respektiert werden und die gefährdete Gruppen selbst zu Wort kommen, können HIV-Präventionsmassnahmen wirksam umgesetzt werden.

Die Washingtoner Erklärung ruft dazu auf, das Blatt zu wenden. Helena Zweifel, Koordinatorin von http://www.aidsfocus.ch/, der schweizerischen Fachplattform HIV/Aids und internationale Zusammenarbeit.ch ist überzeugt, dass das Blatt gewendet werden kann in Richtung einer künftigen Generation ohne Aids. Dazu braucht es den politischen Willen aller Entscheidungsträger, globale Verantwortung zu übernehmen und Solidarität zu leben. Für die Schweiz bedeutet dies, ihren finanziellen Beitrag zur Bekämpfung der internationalen Aidsepidemie substantiell zu erhöhen und sich dafür einzusetzen, dass Pharmapatente nicht den Zugang zu lebensnotwendigen und kostengünstigen Medikamenten verhindern.