Support: Verein zur Unterstützung gemeinnütziger Gesundheitsinstitutionen und –projekte in Westafrika

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Von Vincent da Silva

„Hilfe – immer? Keine Hilfe? Hilfe zur Selbsthilfe hilft!,“ so lautete das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit der Thematik, die der Gründung des gemeinnützigen Vereins Support 2007 lange vorausging. InitiantInnen waren eine Handvoll Leute, welche bereits einige Jahre nicht-staatliche medizinische Nonprofit-Institutionen unterstützten. Seit diesem Frühling ist Support Mitglied im Netzwerk Medicus Mundi Schweiz.

Mittlerweile besteht der Kern von SUPPORT aus einem kleinen, interdisziplinären Team engagierter Leute in der Schweiz, in Österreich und Deutschland, denen die Gesundheit von notleidenden Menschen in ferneren Regionen Afrikas nicht gleichgültig ist, und die davon überzeugt sind, dass überlegte Hilfe zur Selbsthilfe langfristig hilft. Viele weitere bereitwillige Kräfte stehen der Organisation im-mer wieder zur Seite. Formell besteht der Verein Support derzeit aus rund 90 unterschiedlich aktiven Mitgliedern sowie dem fünfköpfigen ehrenamtlichen Vorstand.

Zweckausrichtung des Vereins

SUPPORT will mit einer gesundheitsbezogenen Entwicklungszusammenarbeit
einen Beitrag leisten zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheit von benachteiligten Bevölkerungskreisen Westafrikas, welche kaum Zugang zu ausreichender medizinischer Versorgung haben.

Unsere Ziele – Was will SUPPORT?

Konkret steht die Stärkung von nicht-profitorientierten medizinischen Institutionen und von Gesundheitsprojekten im Zentrum unserer partnerschaftlich ausgerichteten Projektarbeit.

Auf den jeweiligen Bedarf abgestimmte Hilfe zur Selbsthilfe ist dabei der zentrale Gedanke, welcher unsere medizinische Unterstützungsarbeit leitet. Support unterstützt jeweils gemeinnützige Gesund-heitsinterventionen, die im örtlichen Gesundheitswesen initiiert und eigenverantwortlich getragen werden. Damit soll eine sozial ausgleichende und gleichzeitig nachhaltige medizinische Entwicklung in Westafrika gefördert werden.

Ethnisch, politisch und religiös sind wir unabhängig und neutral.

Das aktuelle Projekt – Wen unterstützt SUPPORT konkret?

In unserem derzeitigen Unterstützungsprojekt arbeiten wir mit dem Missionsspital Sacred Heart Hospital (SHH) in Abeokuta, Südwestnigeria, zusammen.

Seit 1895 engagiert sich das SHH für eine verbesserte Gesundheitsversorgung der Region. Das Missi-onsspital nimmt sich insbesondere auch jener Menschen an, die kaum über finanzielle Mittel verfügen und trifft Vorkehrungen für die medizinische Basisversorgung in entlegenen Gebieten mittels mobiler Kliniken.

Aktuell unterstützen wir das SHH beim Ausbau seiner medizintechnischen Infrastruktur v.a. zur Be-kämpfung der Kinder- und Wochenbettsterblichkeit – hier besteht grosser Handlungsbedarf.

Hilfe an Zielinstitutionen in Form von

Bisherige Unterstützung:
a) Beschaffung und Versand von dringend benötigten medizinischen Geräten/Instrumenten und Hilfs-mitteln (vor allem gebrauchte in gutem Zustand)

b) Organisation fachmännischer Unterstützung in Planung, Auf- und Ausbau des Technischen Diens-tes und die Weiterbildung des Personals vor Ort

Zukünftige Unterstützung:
c) Rekrutierung von medizinischen Fachpersonen zur periodischen Beratung und Weiterbildung des medizinischen und technischen Personals vor Ort

d) Punktuelle kurze(Ferien-)Einsätze von medizinischen Fachpersonen – auch im Rahmen eines Nord–Südaustausches

Lokale Bedarfsbestimmung – Eigeninitiative – Partnerschaft

Die konkreten Probleme benannte das SHH selbst. Erst danach wurde gemeinsam ein von beiden Seiten als realistisch betrachtetes und realisierbares Projekt ausgearbeitet.

Eigenverantwortung – Hilfe zur Selbsthilfe – Nachhaltigkeit

Die medizinischen Gerätschaften werden nicht nur dringend gebraucht; sie werden vom SHH vor allem auch als eine Startgrundlage verstanden, um damit aus eigener Kraft ihre Angebote im örtlichen Gesundheitswesen weiter verbessern und langfristig entwickeln zu können. Mit diesem Unterstüt-zungsmodell will SUPPORT die Entwicklung von Wissen, Kompetenzen und weiteren Kapazitäten fördern helfen.

Was hat SUPPORT erreicht?

Dank der nun verbesserten Schwangerschaftsvorsorge und Geburtsüberwachung konnte im SSH u.a. die Wochenbettsterblichkeit in den letzten 4 Jahren um mehr als 55% gesenkt werden.

Gedanken zur Strategie von SUPPORT

Die kontroverse Grundproblematik der Nachhaltigkeit gesundheitlicher Entwicklungshilfe wird im Verein in jeder Phase unserer Projektarbeit immer wieder thematisiert. Sind unsere Bemühungen Symptom- oder Ursachenbekämpfung bzw. Problemlösung?

Support vertritt die Haltung einerseits einer gemeinsamen Problemsichtung und -lösung durch Be-troffene und Helfende – Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe – und andererseits der Förderung von Selbsthilfe. Damit kann langfristig eine Verbesserung im Angebot der Gesundheitsdienste und ein Empowerment von Benutzern der Gesundheitsdienste (Stärkung der Nachfrage) erreicht werden.

Wie weiter?

Als junger Verein zielt Support weiter daraufhin, sich neben bzw. über Direkthilfe hinaus, auf langfris-tige und selbsttragende Problemlösungen auszurichten. Support will durch Mitwirkung und Koopera-tion im Netzwerk der in der Gesundheitszusammenarbeit engagierten Organisationen selber mehr über Entwicklungszusammenarbeit lernen und sich weiterentwickeln.

*Vincent da Silva, MD. ist Präsident des Vereins Support, Postfach 146, CH-5015 Erlinsbach. Kontakt: vincedasilva@med-support.ch Web: http://www.med-support.ch