Editorial

Von Martin Leschhorn Strebel / Medicus Mundi Schweiz

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Seit einigen Jahren schon begleiten wir die steigende Herausforderung der chronischen Krankheiten für die Gesundheitsversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Wir haben dem Thema bereits zwei Ausgaben des Bulletins, ein Onlinedossier auf www.medicusmundi.ch und ein Symposium gewidmet.

Nachdem die Problematik für andere Gesellschaften als Wohlstandsgesellschaften lange ignoriert wurde, schenkt ihr die internationale Gesundheitspolitik endlich erhöhte Aufmerksamkeit. Die Chancen stehen gut, dass die nicht-übertragbaren Krankheiten auch Eingang in die neue entwicklungspolitische Agenda für die Zeit nach 2015 finden.

Dass es aber mehr braucht als globale Bekenntnisse, zeigt dieses MMS Bulletin. Wir dokumentieren das Frühlingssymposium des Schweizerischen Tropen- und Public Health Instituts (Swiss TPH), das die nicht-übertragbaren Krankheiten (NCDs) mit einem regionalen Fokus diskutiert hat. Der Blick auf Osteuropa und Zentralasien zeigt auf, wie die Behandlung von NCDs erfolgreich in die Basisgesundheitsversorgung integriert werden kann und wo auch die Hindernisse dabei liegen

Die NCDs fordern die Gesundheitssysteme in Osteuropa und Zentralasien als Ganzes heraus. Die Behandlung muss vielerorts noch ihren Platz finden, sie muss finanziell genügend ausgestattet werden und das Gesundheitspersonal muss aus- und weitergebildet werden.

Die Transformation der globalen Bekenntnisse zu NCDs über nationale Gesundheitspolitiken in eine funktionierende Basisgesundheitsversorgung ist hoch komplex. Mit den in dieser Ausgabe publizierten Erfahrungen und Reflexionen liefern wir Beiträge, um die praktische Umsetzung zu verbessern.

*Martin Leschhorn Strebel
Redaktor des Bulletins und Geschäftsleitungsmitglied des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz. Kontakt: mleschhorn@medicusmundi.ch