Das Menschenrecht auf Gesundheit einfordern

  1. läuft die Deadline für die Millenniumsziele aus. Was kommt dann? Wie kann die internationale Gemeinschaft weiterhin für gemeinsame Entwicklungsziele bei der Stange gehalten werden? Bezüglich der Gesundheitsziele innerhalb der MDGs liegt nun ein von verschiedenen NGOs und von Forschungskreisen lancierter Vorschlag vor, der durchaus bestechend ist.

In einem Rahmenabkommen zur globalen Gesundheit (Framework Convention on Global Health, FCGH) sollen Gesundheitsprioritäten definiert, nationale und internationale Verpflichtungen in der Gesundheitspolitik festgelegt und durch einen Globalen Gesundheitsfonds finanzielle Mittel bereit gestellt werden. Das Rahmenabkommen soll zu einem klareren Rollenverständnis zwischen den einzelnen Staaten und der internationalen Gemeinschaft beitragen und vor allem klare Verbindlichkeiten schaffen. Dies alles mit dem Ziel, dem Menschenrecht auf Gesundheit zum Durchbruch zu verhelfen.

Das Rahmenabkommen soll laut dem Vorschlag folgende vier Fragen beantworten: 1. Welche zentralen Gesundheitsleistungen und Güter müssen jedem Menschen für die Erfüllung des Rechts auf Gesundheit garantiert werden? 2. Welche Verantwortung trägt jeder Staat, um die Gesundheit der eigenen Bevölkerung zu sichern? 3. Welche Verantwortung tragen alle Staaten gemeinsam, um die Gesundheit der Weltbevölkerung zu sichern? 4. Wie muss die globale Gesundheitspolitik geführt werden, damit alle Staaten ihrer gegenseitigen Verantwortung gerecht werden können?

Diskutiert werden diese Vorschläge im Rahmen der sogenannten „The Joint Action and Learning Initiative“ (JALI). Nun gilt es diese breiter abzustützen und in die internationale Debatte für die Post-MDG-Ära einzubringen.

Der Vorschlag zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht auf einzelne Krankheiten fokussiert sondern auch die die Gesundheit bestimmenden sozialen Determinanten einbeziehen möchte. Dieser umfassende, auf das Menschenrecht Gesundheit abzielender Ansatz entspricht auch dem Anliegen der Mitglieder des Netzwerkes Medicus Mundi Schweiz, wie ein kürzlich durchgeführter, interner Workshop ergab. Er soll in die Debatte rund um die neue Südbotschaft des Bundesrates, welche die Strategie für die Entwicklungspolitik in den kommenden drei Jahren festlegt, Eingang finden.

In diese schweizerische und internationale Debatte stellt sich auch das diesjährige Symposium, welches das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz am 8. November durchführen wird. Unter dem Titel „Gesundheit – ein Menschenrecht“ debattieren wir den oft vergessenen Kern der Gesundheitszusammenarbeit und der globalen Gesundheitspolitik.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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