Das Recht auf Gesundheit und der Herbst der Diktatoren

Am diesjährigen Symposium hat das Netzwerks Medicus Mundi Schweiz das Recht auf Gesundheit als Menschenrecht postuliert. Damit unterstrich es, dass es sich beim Recht auf Gesundheit um ein universelles und um ein unteilbares Recht handelt.

Das Recht auf Gesundheit ist auch in der Schweiz noch keine Selbstverständlichkeit, wie Christine Kopp vom Schweizerischen Roten Kreuz aufgezeigt hat: Es gibt Lücken, die für verschiedene soziale Gruppen den Zugang zur Gesundheitsversorgung einschränken. Sie unterstrich die Dimension der sozialen Determinanten eindrücklich mit folgendem Hinweis: „Migrantinnen und Migranten kommen gesund in die Schweiz, und werden dann hier krank.“

Die politische Dimension des Menschenrechts auf Gesundheit machte José Parra Gaona deutlich. Seine Organisation ist während der Stroessner-Diktatur in Paraguay entstanden. Das Regime vernachlässigte die Grundbedürfnisse und eben auch die Rechte der Menschen. Das Recht auf Gesundheit ist ein Sozialrecht, aber es geht auch um ein politisches Recht: Das Recht der Menschen mitzubestimmen, wie die Gesundheitsversorgung strukturiert sein muss, um den Zugang aller zu gewährleisten.

Genau deshalb sollte, so Claudio Schuftan vom People’s Health Movement, Entwicklungszusammenarbeit nicht von Bedürfnissen sondern von Rechten sprechen. Damit wird die Verantwortung aller Akteure deutlich, dass die Menschen auch die Fähigkeit haben müssen, ihre Rechte einzufordern. Die Chancen stehen gut, dieses politische Verständnis des Menschenrechts auf Gesundheit weiterzutragen. Der arabische Frühling und der Herbst der Diktatoren hat uns deutlich gemacht, dass eine auf die Menschenrechte fokussierte Gesundheitszusammenarbeit weltweit Zukunft haben muss.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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