Humanitäre Hilfe und Gesundheit

Angesichts der weltweiten Krisen rückt die humanitäre Hilfe weltweit in den Vordergrund der internationalen Politik. Im Mai 2016 wird denn auch zum ersten Mal der World Humanitarian Summit durchgeführt. Die humanitäre Hilfe sollte vermehrt auch in der Schweiz in den Fokus der Gesundheitszusammenarbeit gelangen.

Die internationale Politik muss sich zurzeit mit einer Vielzahl von Krisen und Konflikten beschäftigen, bei welchen ihre Möglichkeiten zu intervenieren sehr beschränkt sind. Richtigerweise versucht sie, die damit verbundene humanitäre Not zu lindern. Um dies zu finanzieren, haben verschiedene Regierungen beschlossen, Gelder der internationalen Zusammenarbeit in diese humanitäre Hilfe umzuleiten. Auch die Schweiz finanziert einen Teil ihrer Nothilfe für Syrien mit dieser Strategie.

Auch wenn dies politisch nachvollziehbar ist, so ist es doch äusserst kurzsichtig: Fehlt die finanzielle Unterstützung später in der langfristig angelegten Entwicklungszusammenarbeit, besteht die Gefahr, dass die Prävention von künftigen Krisen und Konflikten geschwächt wird.

Humanitäre Hilfe der Schweiz ohne Gesundheit

Selbstverständlich ist die Nothilfe wichtig und angesichts des Elends unbestritten. Die Schweiz wird vermutlich mit ihrer künftigen entwicklungspolitischen Strategie (Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2017-2020) den ganzen Bereich der humanitären Hilfe stärken.

Die klassische Entwicklungszusammenarbeit sollte sich davon nicht abschrecken lassen, sondern danach fragen, wie die humanitäre Hilfe in Zukunft aussehen soll, damit diese stärker auf Langfristigkeit angelegt ist und entwicklungsfördernd aufgebaut wird. In der Schweiz stellt sich insbesondere die Frage, welche Rolle die Gesundheit in der humanitären Hilfe der Schweiz spielen wird. Zurzeit ist sie faktisch nicht vorhanden – ein Mangel, der sich in Zusammenhang mit der Ebola-Epidemie deutlich gezeigt hat.

Martin Leschhorn Strebel
Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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