Jetzt erst recht!

Die globale Gesundheit wird im neuen Jahr von dem 20-Jahrjubiläum der Bevölkerungskonferenz (ICDP) von Kairo und durch die abschliessenden Diskussionen für die Sustainable Development Goals (SDG) der UNO geprägt sein. Wir stehen also durchaus am Anfang eines Schlüsseljahres in der globalen Gesundheit.

Am Ende des Jahres hoffen wir, unter anderem die Antworten auf verschiedene Fragen zu haben: Wird der auf Menschenrechte basierende entwicklungspolitische Kurs gestärkt und über 2015 nachhaltig weiterentwickelt? Kommt der Gesundheit – etwa verpackt als systemischer Ansatz im Universal Health Coverage Konzept - die notwendige Rolle zu? Erhalten sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte die notwendige internationale Unterstützung? Wie wird der Kampf gegen die chronischen Krankheiten fortgesetzt?

Ich freue mich auf die Auseinandersetzung mit diesen und weiteren Fragen in diesem Jahr – und doch fehlt mir die Euphorie, schleicht sich bei mir ein pessimistisches Gefühl ein, wie ich es sonst selten habe. Was nützen uns all unsere guten und überzeugenden Konzepte, um die öffentliche Gesundheit weltweit zu verbessern, wenn schlicht die Grundlagen fehlen, diese dann umzusetzen. Ich blicke nach Syrien, ich blicke in den Südsudan, ich blicke nach Nigeria, ich blicke nach Zentralafrika – und ich frage mich, wie können Gesundheitssysteme gestärkt werden, wenn es so wenig braucht, dass staatliche Strukturen zusammenbrechen.

Doch gerade hier müssen wir wohl auch ansetzen – wir müssen Strukturen beseitigen, die Gewalt fördern und wir müssen Strukturen aufbauen, die eine glaubwürdige, partizipative Staatlichkeit ermöglichen. Die Gesundheitsversorgung kann hier eine wichtige Rolle spielen. Also denn: Den Kopf nicht in den Sand stecken sondern jetzt erst Recht für mehr Gerechtigkeit kämpfen!

Martin Leschhorn Strebel Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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