"Meine Kinder wachsen nicht"

Kampf gegen Mangel- und Unterernährung: Schlüssel zur Gesundheit

„Meine Kinder sollten wachsen – doch dies ist nicht der Fall,“ sagte kürzlich die alleinstehende Mutter dreier Kinder in Harare gegenüber der UN-Agentur IRIN. Chronische Mangelernährung ist in Zimbabwe weit verbreitet: Laut UNICEF leidet darunter jedes dritte Kind und 12'000 Kinder sterben jährlich daran.

Doch Zimbabwe ist nur ein Beispiel für die Folgen von Mangel- und Unterernährung. UNICEF geht davon aus, dass rund ein Drittel der Unterfünfjährigen in Entwicklungsländern aufgrund chronischer Mangelernährung in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückgeblieben sind. Diese Kinder drohen früher zu sterben, da sie mit einfachen Infektionskrankheiten weniger gut zu recht kommen. Sie haben aber auch eine schlechtere wirtschaftliche Perspektive, da ihre schulischen Leistungen oft mangelhaft bleiben.

Ernährung ist einer der Schlüsselkategorien, damit das Recht auf Gesundheit erreicht werden kann. Deren Einbindung in die Gesundheitszusammenarbeit ist denn auch ein wichtiger Ansatz, um die gesundheitliche Situation in den Entwicklungsländern zu verbessern. Mitgliedorganisationen des Netzwerkes Medicus Mundi Schweiz arbeiten hauptsächlich mit zwei Methoden, um die Ernährungssituation zu verbessern. Sie geben Spezialnahrung an die Betroffenen ab und führen Aufklärungskampagnen durch.

Das Schweizerische Rote Kreuz setzt seit einigen Jahren in Kirgistan erfolgreich auf die Verabreichung des Sprinkle-Pulvers als Ergänzungsnahrung für Kinder. In Guinea hat die Fondation terre des hommes den Einsatz von sogenannten RUTF (Ready to Use Therapeutic Food) praktiziert und ausgewertet. Aufgrund dessen setzt sie ein Fragezeichen hinter die unreflektierte Abgabe von RUTF – wie sie etwa von der WHO propagiert wird.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie das Thema Ernährung und die dazu notwendige Sensibilisierungsarbeit in die Gesundheitssysteme der Entwicklungsländer integriert werden kann. Das Beispiel Bolivien könnte hier wegweisend sein: Die Regierung hat ein Null-Mangelernährungsprogramm lanciert. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen versuchen mit Aufklärungskampagnen in den Städten der grassierenden Mangelernährung zu begegnen.

Ernährung ist also kein Allerweltsthema der Entwicklungszusammenarbeit sondern führt zum Kern unseres Postulates, Gesundheit für alle zu erreichen. Am 9. November wird sich das 9. Symposium des Netzwerks MMS vertieft damit auseinandersetzen.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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