Mutter-Kind-Gesundheit braucht einen umfassenden Ansatz

Die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und unter 5jährigen Kindern hat sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert, doch sind wir noch weit davon entfernt, dort zu sein, wo wir mit Beendigung des Millenniumsentwicklungsprogrammes 2015 sein sollten. Das heisst in Zahlen ausgedrückt: Täglich sterben rund 19'000 Kinder, die jünger als fünf Jahre alt sind, und 800 Frauen während der Schwangerschaft und Geburt.

Weshalb kommt gerade dieser, für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft so zentraler Bereich, so schleppend voran? Höre ich den in diesem Bereich tätigen PraktikerInnen zu, sprechen diese von der ungemein komplexen Herausforderung in diesem Bereich. Systemisch greifen Themen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ineinander mit Fragen des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistungen, dem Gesundheitspersonalmangel und den grossen Herausforderungen der übertragbaren Krankheiten, wie HIV/Aids oder Malaria. Gleichzeitig spielen kulturelle und religiöse Normen sowie daraus abgeleitete politische Praxis eine riesige Rolle. Im Zentrum dieser abstrakten Begrifflichkeit stehen die Frauen mit fehlenden Rechten und der patriarchaler Bevormundung.

Die Umsetzung des Aktionsplanes der Bevölkerungskonferenz von Kairo 1994, welcher versuchte einen auf Gleichberechtigung der Geschlechter zielenden Ansatz der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu implementieren, erweist sich nach wie vor als schwierig. Dies zeigt sich etwa daran, dass heranwachsende Frauen weltweit nur unzureichenden Zugang zu Information betreffend sexueller Gesundheit, zu Empfängnisverhütung und zur Pflege in der Schwangerschaft haben. Die Folge: Die Müttersterblichkeit ist bei 15-19 Jährigen um 28% höher als bei 20-24 Jährigen.

Weil die Fragestellung so komplex ist, braucht es einen umfassenden Ansatz, um in diesem Bereich weiterzukommen. Mit diesem Vorhaben gehen wir an das diesjährige MMS Symposium zum Thema. Immer mit dem Wissen, dass ein umfassender Ansatz, die Frau ins Zentrum stellen muss, muss die Gesundheit der Kinder und die Zukunft einer Gesellschaft zu sichern.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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