Mutter-Kind-Gesundheit muss verbessert werden

Das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz wird an seinem diesjährigen Symposium die Mutter-Kind-Gesundheit debattieren. Trotz vieler Fortschritte in den vergangenen Jahren, handelt es sich um den Bereich, in welchem die globale Gesundheit am wenigsten vorangekommen ist. Es ist gut, dass das Thema in den kommenden Monaten verstärkt in den Fokus rückt.

Die Bill and Melindas Gates’ Foundation gibt dem Thema mit der Stossrichtung reproduktive Gesundheit verstärktes Gewicht. Im Vordergrund steht dabei, den Zugang zu Empfängnisverhütung zu verbessern. Melinda Gates sieht dies nicht als eine Wiederbelebung einer teilweise in Verruf geratenen Bevölkerungspolitik, sondern als eine Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Frauen: „This is about empowering women to be educated and to make a choice that they want to make.“ Melinda Gates hat sich als Katholikin mit diesem Engagement einige Kritik von religiösen Kreisen anhören müssen.

Im kommenden Juli findet in London der“Family Planning Summit” statt, der von der britischen Regierung gemeinsam mit der Bill & Melinda Gates Foundation getragen wird. Die Ziele dieses Gipfels sind ambitioniert: „The Summit will commit the global community to giving access to family planning to 120 million more women in the poorest countries by 2020.”

Auch die neue Gesundheitsaussenpolitik der Schweiz, welche der Bundesrat dieses Jahr verabschiedet hat, weist der Mutter-Kind-Gesundheit einiges Gewicht zu. Eine der zwanzig Zielsetzungen ist der Thematik gewidmet. Dabei soll die „medizinische und soziale Betreuung werdender Mütter in Ländern mit hoher Kinder- und Müttersterblichkeit verbessert“ werden. Und: „Die Überlebenschancen für Kinder und Mütter werden durch Verbesserung des Zugangs verletzbarer Gruppen zu Gesundheitsdienstleistungen erhöht.“

Ausserdem wird es im Jahr 2014 zwanzig Jahre her sein, dass die Bevölkerungskonferenz von Kairo, die International Conference on Population and Development (ICPD), stattgefunden hat. Dann wird Bilanz über den damals verabschiedeten Aktionsplan gezogen.

Das MMS Symposium ermöglicht es zusammen mit relevanten Akteurinnen und Akteure hier in der Schweiz das brennende Thema der Mutter-Kind-Gesundheit zu debattieren, Handlungsmöglichkeiten zu evaluieren und den politischen Prozess zu stärken.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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