Nach den MDGs: Universal Health Coverage als Schlüssel?

Ende 2015 laufen die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) aus. Ein fünfzehnjähriges, globales Engagement, um die Situation für die Ärmsten Menschen der Erde zu verbessern, läuft aus. Der Erfolg der MDGs ist weitgehend unbestritten – und so denkt die UNO darüber nach, dieses globale Engagement in irgendeiner Form weiterzuführen. Dieses Jahr hat der umfassende Konsultationsprozess dazu begonnen.

Die jetzt beginnende Debatte über die Nach-MDG-Ära bringt natürlich und richtigerweise die verschiedenen Interessengruppen ins Spiel – auch im Gesundheitsbereich. Soll ein neuer Fokus auf die Bekämpfung der chronischen Krankheiten gelegt werden, soll HIV weiter eine zentrale Rolle in der globalen Gesundheit spielen oder fokussieren wir uns künftig auf die Mutter-Kind-Gesundheit? Alles berechtigte Anliegen – nur leisten sie der weiteren Fragmentierung der globalen Gesundheit Vorschub.

Bereits vor zwei Jahren publizierte die WHO den Weltgesundheitsbericht zur Gesundheitsfinanzierung, in welchem sie das Konzept der „Universal Health Coverage“ (UHC) zu stärken versucht. In einem kürzliche publizierten Diskussionspapier bringt sie nun UHC ins Spiel, um die verschiedenen Interessen unter einem gemeinsamen Dach nach 2015 zu verankern.

UHC umfasst die Bereitstellung der notwendigen Gesundheitsinfrastruktur, den Zugang zu derselben wie auch die sozialen Sicherungs- und Finanzierungssysteme für die Nutzung der Gesundheitsversorgung. Nach der Definition der WHO-Mitgliedstaaten soll die „universal coverage“ allen Menschen den Zugang zu den benötigten Gesundheitsdiensten – Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation – garantieren, ohne dass dadurch jemand riskiert, finanziell an den Abgrund zu gelangen.

Das bestechende an diesem Konzept liegt darin, dass es sich um einen umfassenden Ansatz handelt und damit direkt an die Visionen von Alma Ata anknüpft, um die Basisgesundheitsversorgung zu stärken.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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