Nachrichten vom 17. Januar 2006

Die Zeit vergeht - du wirst nicht jünger, Und leichter wird das meiste nicht. Du musst nicht wünschen, du muss fordern! - wie 'ne Knarre vorm Gesicht. Vergiss es, leise anzufragen. Wo es langgeht, sollst du selber sagen.

Ja, wenn die "Knarre" in der vierten Zeile des Liedes nicht wäre, dann hätte ich den Text wohl problemlos in den Newsletter integrieren können. So bleibt er als knorriges Einzelstück am Anfang stehen.

Doch auch die anderen, politisch korrekteren "Politik Splitter Gedanken" zum Jahresbeginn haben es in sich. Sie bauen eine sehr luftige Brücke von der "realistischen Utopie" einer allgemein zugänglichen sozialen Infrastruktur (ich erinnere an unser Manifest "Gesundheit für alle - ein realistisches Ziel") über die klare Zuweisung der Verantwortung für die soziale Entwicklung und die Basisversorgung (die Hohe Zeit des Neoliberalismus ist vorbei) weder zurück zur Aussage des Liedes.

Gehen Sie doch ein paar Schritte über diese Brücke, und wenn Sie am Schluss erkennen, dass Sie wieder am Ausgangspunkt gelandet sind, dann war vielleicht der Weg das Ziel... Unsere Wünsche, zum Jahresbeginn freundlich und hoffnungsvoll formuliert, sind das eine. Doch dürfen wir uns durch das "stille Hoffen und Wirken" nicht einschläfern lassen. Auch das Recht auf Gesundheit muss und kann erkämpft werden.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen ein unruhiges Jahr und eine gute Lektüre.

Thomas Schwarz, Co-Geschäftsführer Medicus Mundi Schweiz. Netzwerk Gesundheit für alle

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