Nachrichten vom 27. Oktober 2009

healthtraining.org: Zukunftsweisende Lernangebote

Kürzlich war in einem Bericht aus dem Kongo die Klage eines Arztes zu lesen, dass die Krankheit bei einem Diabetiker, noch immer nicht geheilt sei, obwohl er schon mehrfach eine Behandlung mit Antidiabetika durchgeführt habe. Dem behandelnden afrikanischen Arzt war nicht klar, dass Diabetes eine unheilbare, chronische Erkrankung ist, die einer lebenslangen Behandlung und eines besonderen Disease Managements bedarf. Dies ist kein Einzelfall, in vielen Ländern des Südens ist das medizinische Personal nicht auf die Behandlung dieser für sie neuen und komplexen Krankheitsbilder vorbereitet und ausgebildet.

Da ist es auch wenig hilfreich, dass weltweit ein vielfältiges, interessantes und breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich vorhanden ist, solange es für die Mehrzahl des Gesundheitspersonals aus den Entwicklungsländern weder erschwinglich ist, noch den besonderen Strukturen und Krankheitsspektren ihrer Länder genügend Rechnung trägt. Auch die sehr begrüssenswerte Bereitstellung von Stipendien seitens westlicher Universitäten löst das Problem nur ansatzweise, solange sie gleichzeitig die Gefahr der dauerhaften Abwanderung des Gesundheitspersonals (brain drain) beinhaltet.

Was sind die Alternativen? Der Arzt Jon Rohde fordert mehr „Field experience“ durch die Ansiedlung von Public Health Studiengängen in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer. Ein entsprechendes Modellprojekt aus Bangladesh und eine Studie aus dem Kongo versprechen nachhaltigen Erfolg, denn die Mehrzahl dieser AbsolventInnen verbleiben, entsprechend vorbereitet auf die Arbeit unter schwierigen Bedingungen, in den ländlichen Public Health Programmen ihrer Heimatländer. Grosses Veränderungspotential beinhalten auch die neuen bahnbrechenden Entwicklungen im Distance Learning Bereich, wie sie die WHO 2007 als zukunftsweisend propagierte. Die Vorteile dieser Ausbildungsform liegen auf der Hand: Die Menschen stehen weiter dem heimatlichen Arbeitsmarkt zur Verfügung und der gefürchtete brain drain ist gebannt.

Die zunehmenden E-Learning- und Distance Learning Angebote im Bereich globale Gesundheit und Entwicklungszusammenarbeit sind jedoch auch für das Gesundheitspersonal aus westlichen Nationen von hoher Attraktivität. Wir haben Ihnen in unserem Newsletter eine kleine Auswahl zusammengestellt. Darüber hinaus finden Sie ein breites internationales Weiterbildungsangebot in unserem Kursinventar auf www.healthtraining.org. Ein Besuch lohnt sich!

Martina Staenke Mitarbeiterin Medicus Mundi Schweiz Koordinatorin healthtraining.org

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