Nachrichten vom 28. Oktober 2008

Die DEZA hat ein eindrückliches Tempo für die erste Restrukturierungsphase vorgelegt. Innerhalb von nur vier Monaten hat die dazu eingesetzte Task-Force Fachbereiche neu positioniert, vierhundert Stellen neu ausgeschrieben und wiederbesetzt oder das Direktorium von elf auf sieben Mitglieder verkleinert. Seit dem 1. Oktober arbeiten die DEZA-MitarbeiterInnen in Bern innerhalb der neuen Strukturen.

Für Aussenstehende wie Medicus Mundi Schweiz (MMS) und seine Mitgliedorganisationen glich der Prozess einem spannenden Fussballspiel, über welches man nur über SMS informiert wird: „Fachbereiche vom Feld genommen – Gesundheit mit Stadionverbot?“; „Gesundheit gesichtet – wo, wissen wir aber noch nicht.“; „sie stürmt wieder – in der Formation östliches und südliches Afrika – ihr Expertenwissen verstärkt die Projektarbeit“; „Jubel im Stadion – vielleicht spricht der Verband sogar noch mehr Geld“.

Der Nebel über dem Platz hat sich also gelüftet: Wie das MMS in einer Medienanalyse zuhanden seiner Mitgliedorganisationen bereits vermutet hat, wird der Fachbereich Gesundheit Teil der Sektion „Östliches und Südliches Afrika“, die von Maya Tissafi geleitet und in den operationellen Hauptbereich „Regionale Zusammenarbeit“ eingegliedert wird. Dieser führt Vize-Direktorin Edita Vokral.

Die Reform hat nicht nur zum Ziel die Strukturen zu vereinfachen, sondern auch die Entwicklungszusammenarbeit stärker ins Aussenministerium zu integrieren und mit der Arbeit anderer Bundesämter besser zu koordinieren. Damit reagiert Bundesrätin Calmy-Rey auf den Vorwurf, unter Walter Fust habe die DEZA ein zu starkes Eigenleben geführt.

Es wird nun an MMS und seinen Mitgliedorganisationen sein, sich dafür einzusetzen, dass sich die schweizerische Gesundheitszusammenarbeit nicht als einseitige Interessenpolitik entwickelt, sondern dem Anliegen der Zivilgesellschaft im globalen Süden entspricht, Zugang zu bezahlbarer und qualitativ guten medizinischen Dienstleistungen zu erhalten.

Martin Leschhorn Strebel, Medicus Mundi Schweiz

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