Nachrichten vom 29. April 2009

Herausforderung: Chronische Krankheiten

Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes: Chronische Krankheiten sind Wohlstandskrankheiten des Nordens. Und es sind vor allem ältere Menschen davon betroffen. Schlechte Ernährung, Tabakkonsum und übermässiger Alkoholgenuss – irgendwie sind die Betroffenen daran ja auch selber schuld.

Weit gefehlt – obige Aussagen gehören schleunigst auf den Misthaufen der Geschichte. Ausser im südlichen Afrika sind die chronischen Krankheiten bereits weltweit die häufigste Todesursache. Es sind immer mehr junge Menschen davon betroffen – auch Kinder die als Folge von Mangelernährung unter verschiedenen, chronischen Folgekrankheiten leiden.

Die chronischen Krankheiten sind nicht allein eine Herausforderung für den Norden sondern auch für Entwicklungs- und Schwellenländer – und sie werden immer stärker zu einer Belastung für die dortigen Gesundheitssysteme. Doch diese sind vorwiegend auf die Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose oder HIV/Aids ausgerichtet.

Nicht nur die betroffenen Länder sondern auch die internationale Gesundheitspolitik und die in der Gesundheitszusammenarbeit tätigen Nichtregierungsorganisationen stehen vor grossen Herausforderungen: Wie können die Erfahrungen aus der Bekämpfung der übertragbaren Krankheiten genutzt werden? Wie kann Prävention und Behandlung der chronischen Krankheiten in die Basisgesundheitsversorgung integriert werden? Wie können SpenderInnen in der Schweiz wie auch die AkteurInnen der globalen Programme überzeugt werden, dass auch chronisch Kranke an ihrem Schicksal nicht selber schuld sind.

Medicus Mundi Schweiz begegnet der Herausforderung in diesem Jahr, indem es die chronischen Krankheiten zum Thema macht. An Diskussionen innerhalb und ausserhalb des Netzwerkes – und natürlich am 10. November, dem nächsten Symposium der schweizerischen Gesundheitszusammenarbeit

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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