Nachrichten vom 6. August 2008

Liebe Leserin, lieber Leser

„Er reiste als Tourist in die Philippinen und kam als Gründer eines Hilfswerks zurück“, so der Lead im Artikel „Freund und Helfer der Müllkinder“, der küzrlich im „Bund“ erschien. Der 26-jährige Thomas Kellenberger, schockiert und tief betroffen vom Elend der Kinder, welches er auf seiner Reise im klimatisierten Taxi sah, strich spontan seine teuren Taucherferien, um sich stattdessen um die Kinder auf den Müllhalden zu kümmern. Mit seinem Reisegeld finanzierte der engagierte Tourist einzelne karitative Aktionen und ermöglichte kranken Kindern einen Arztbesuch oder gesundes Essen. Dies war der Anfang und mit den spontan eingegangenen Verpflichtungen wuchs auch die Verantwortung gegenüber den betroffenen Kindern. Kellenberger gründete einen Verein und erledigt vorderhand die anfallenden Arbeiten als Geschäftsführer, Projektleiter und Fundraiser nebenberuflich und ehrenamtlich.

Wie dieses Hilfswerk sind viele kleine Organisationen im Netzwerk Medicus Mundi Schweiz aus der persönlichen Betroffenheit und der Initiative einzelner besonders engagierter Frauen und Männer entstanden. Über die Jahre hinweg haben sie mehr oder weniger professionelle Strukturen aufgebaut. Dabei mussten sie erfahren, dass neben der Freude über den Erfolg der direkten Hilfe, der Dankbarkeit und Freundschaften oftmals auch die Frustrationen wachsen, wenn „dort unten“ nicht alles so läuft, wie sie es sich vorgestellt hatten. Fragen tauchen auf, Probleme wollen gelöst und Lösungen gefunden werden.

Medicus Mundi Schweiz bietet mit den sog. „Meeting Points für kleine und mittlere Organisationen“ ein informelles Forum, um Erfahrungen auszutauschen und anstehende Fragen miteinander zu diskutieren. Von einem realen Beispiel ausgehend analysieren die TeilnehmerInnen die konkreten Probleme, diskutieren Lösungsansätze und mögliche Massnahmen. Die TeilnehmerInnen sind dabei Lernende und Beratende zugleich. Die Erfahrungen mit den Meeting Points der letzten zwei Jahre haben gezeigt, wie reichhaltig das Wissen und die Erfahrungen der verschiedenen Organisationen ist und wie fruchtbar ein offener Austausch in einem strukturierten Rahmen sein kann.

Am nächsten MMS-Meeting Point am 11. September 2008 zur Zusammenarbeit zwischen einer kleinen und einer grossen Organisation geht es um die Herausforderungen und Perspektiven eines Spitals in Haïti. Sie sind herzlich eingeladen, mitzudenken und mitzureden.

Helena Zweifel Geschäftsführerin Medicus Mundi Schweiz

Newsletter abonnieren