Nachrichten vom 6. Februar 2007

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kühles Wetter – und so heisse Köpfe in Bern! Der DEZA-Direktor Walter Fust und seine Chefin, Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, streiten heftig und öffentlich mit der Geschäftsprüfungskommission des Ständerates, die in einem Bericht eine mangelnde thematische und regionale Konzentration der Entwicklungszusammenarbeit ortet. Auch sonst fehlt es nicht an parlamentarischem Aktivismus in Sachen Entwicklungspolitik: Allein im Jahr 2006 haben ParlamentarierInnen über 40 Vorstösse zum Thema eingereicht. Und es wird wohl auch in diesem Jahr weiter heftig um Ziele und Strategien der Entwicklungszusammenarbeit gestritten.

Von Bern nach Basel – und Chennai, Indien: Die einflussreichen entwicklungspolitischen Organisationen Erklärung von Bern und Médecins sans Frontières überbieten sich zurzeit gerade gegenseitig in einer Kampagne gegen die Novartis. Sie klagen den Basler Pharmagiganten an, mit einem Gerichtsverfahren in Indien aus kurzsichtigem Profitstreben den Zugang armer Menschen zu kostengünstigen Generika mutwillig aufs Spiel zu setzen. Mehr dazu in diesem Newsletter.

Wenn die Riesen aufeinander einprügeln und sich die Köpfe einschlagen, schauen die schlauen Kleinen besser zu, so wie es seinerzeit das tapfere Schneiderlein gemacht hat. Schliesslich verbindet die Mitglieder des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz ja auch kein politisches Programm, sondern „nur“ eine gemeinsame Vision – Gesundheit für alle – und ein gemeinsames Aktionsfeld – die internationale Gesundheitszusammenarbeit.

Doch so einfach ist es nicht, und so einfach wollen wir es uns auch nicht machen. Unsere Arbeit findet in einem politischen Rahmen statt, und unser Einsatz für Gesundheit für alle reflektiert auch immer eine politische Grundhaltung. Wir können wir diese Grundhaltung und das in den Mitgliedorganisationen des Netzwerks erarbeitete Fachwissen in die polischen Prozesse einbringen? Was haben wir zu sagen, und wem und wie sagen wir es? Fragen, die uns in diesen „Nachrichten“ und wohl auch durch dieses Jahr hindurch begleiten werden. Bleiben Sie am Ball!

Eine gute Lektüre wünscht Ihnen

Thomas Schwarz, Co-Geschäftsführer Medicus Mundi Schweiz. Netzwerk Gesundheit für alle

Newsletter abonnieren