Nachrichten vom 7. April 2008

Liebe Leserin, lieber Leser

Jetzt schneit es sie wieder – die Jahresberichte unserer Mitglieds- und Partnerorganisationen. In der Regel schaufle ich die Berichte auf einem Berg zusammen, in der Hoffnung, sie noch vor dem erscheinen der nächstjährigen Ausgabe gelesen zu haben. Oft bleibt es bei aber einem kurzen Blick auf die Bilanz und die Fotos der Team- und Vorstandsmitglieder.

Eigentlich ist das ja schade, denn die meisten Berichte sind punkto Gestaltung und Bildauswahl wahre Perlen. Sie folgen unterschiedlichen Konzepten: Die einen Organisationen rattern in traditioneller Form ab, was im Berichtsjahr so gelaufen ist, die anderen werfen Schlaglichter auf ausgewählte Projekte und Themen.

Eine vertiefende Lektüre lohnen auch die Texte. Sie wissen als AutorIn bestimmt, um welch schwierige Textgattung es sich dabei handelt. Im ersten und zweiten Jahr stürzen wir uns noch mit Freude auf die Berichterstattung, aber ab dem dritten Jahr stellt sich jeweils die quälende Frage: Verdammt, habe ich nicht das genau gleiche schon einmal geschrieben?

Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass sich viele Texte durch die immer gleichen Worthülsen wie „nachhaltig“, „effizient und effektiv“, „qualitativ hochstehend“ oder „Kontinuität und Wandel“ auszeichnen. Lesen wir über diese hinweg und steigen tiefer in die Texte ein, tauchen eine Vielzahl von spannenden Geschichten und wichtigen Trends auf. Und hie und da schimmern zwischen den Zeilen („dieses Geschäftsführungsmodell erwies sich als nicht optimal“) auch Konflikte auf.

In diesem Sinne also viel Spass beim Lesen und Schreiben der Jahresberichte.

Martin Leschhorn Strebel

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