Nachrichten vom 8. Februar 2006

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Geld oder Leben!" - Mein kleiner Sohn David, zur Zeit Sheriff im Wilden Westen, hält mir seine Fasnachts-Spielzeugpistole unter die Nase. Am liebsten habe ich natürlich beides, und am liebsten beides in genügender Menge und Qualität. Wie mir geht es auch dem Netzwerk Medicus Mundi Schweiz, dessen Vorstand und Geschäftsstelle sich an ihrer Sitzung von letzter Woche mit Finanzierungsstrategien für die kommenden Jahre auseinandergesetzt haben: "Neues" Geld einzunehmen ist gar keine einfache Sache für eine Organisation, die auf der eher abstrakten Metaebene des Netzwerkens, des Erfahrungsaustauschs, der Wissensvermittlung tätig ist und nicht mit eindrücklichen Bildern eigener Gesundheitsprojekte auf Spendensuche gehen kann.

Also machen wir uns zum Beispiel darüber Gedanken, unsere Dienstleistungen besser zu "vermarkten" - und geraten damit direkt ins angesprochene Dilemma von "Geld oder Leben": Wir könnten doch unseren monatlichen E-mail-Newsletter "verkaufen" und ihn nur noch an zahlende AbonnentInnen senden. Wir könnten auch darauf verzichten, die gedruckte Ausgabe unserer Zeitschrift durch eine kostenlose online-Ausgabe zu konkurrenzieren. Wir könnten... - aber wollen wir das wirklich? Die Gegenthese wird schnell formuliert: mehr Leben, im Sinne einer grossen Ausstrahlung unserer Informationen, eines lebendigen Austausches, eines für alle einfach zugänglichen Angebots...

"Was nichts kostet, ist nichts wert", ertönt prompt das Gegenargument, und schon sind wir mitten in einem philosophischen und praktischen Disput zur finanziellen Sicherung einer "nicht-gewinnorientierten Organisation". Und vergessen dabei völlig, dass heute in Genf der Workshop "Fundraising für kleine Organisationen" eine Neuauflage in französischer Sprache erlebt, organisiert von ein paar initiativen Vorstandsmitgliedern des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz, für Gotteslohn. Ich müsste ja eigentlich dort sein... Und gut zuhören...

Mit kostenlosen Grüssen,

Thomas Schwarz, Co-Geschäftsführer Medicus Mundi Schweiz. Netzwerk Gesundheit für alle

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