Positives Abkommen zwischen der Schweiz und der WHO

Maienzeit – Weltgesundheitsversammlungszeit: Das diesjährige Treffen der Delegierten aus den WHO-Mitgliedländern erfolgte relativ unspektakulär. Vielleicht leuchtet deshalb die Rede des Weltbankpräsidenten Jim Yong Kim besonders intensiv über der Versammlung in Genf. Sie gipfelte in Worten, die wir wohl alle mitunterzeichnen würden: „We must be the generation that breaks down the walls of poverty’s prison, and in their place builds health, dignity and prosperity for all people." Rhetorische Aufbruchstimmung also, welche die in Genf vertretene Zivilgesellschaft mit Hoffnung, aber auch einer berechtigten Portion Skepsis entgegengenommen hat.

Erinnert sei an die Aufbruchstimmung vor drei Jahren als der WHO-Kodex zur Rekrutierung von Gesundheitspersonal an eben dieser Stelle verabschiedet wurde. Unser internationales Netzwerk Medicus Mundi International reflektierte an einer Diskussionsveranstaltung die schleppende Umsetzung und bemängelte in einer Stellungnahme in der Weltgesundheitsversammlung die mangelnde Ausstattung der WHO mit den notwendigen Mitteln.

Die WHO braucht die Unterstützung seiner Mitgliedländer, um deren Entscheidungen umsetzen zu können. Es ist deshalb zu begrüssen, dass die Schweiz am Rande der Weltgesundheitsversammlung als erstes reiches Land mit der WHO eine Zusammenarbeitsstrategie (Country Cooperation Strategy WHO-Switzerland, CSS) verabschiedet hat. Das Abkommen möchte erreichen, dass das Schweizer Gesundheitssystem die WHO-Beiträge besser nutzen kann, dass die die Schweizer Beiträge, um die WHO zu stärken optimal einfliessen können, und dass die Koordination zwischen der Schweiz und der WHO in der Gesundheitszusammenarbeit auf Länderebene verbessert werden kann.

In einer Stellungnahme im Rahmen eines Konsultationsverfahrens hat das Netzwerk MMS das Abkommen grundsätzlich als positives Zeichen der Schweiz zur Stärkung der WHO gewertet. Wir haben aber auch darauf hingewiesen, dass der Bundesrat mehr tun muss, um das Verständnis über die bedeutende Rolle der WHO für die globale Gesundheit in der politischen Öffentlichkeit zu erhöhen.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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