Schweizer Gesundheits-NGOs für Implementation Research

Der Ruf nach guter angewandter Forschung ist in den letzten Jahren stärker geworden. Was bedeutet dies für die Schweizerische Gesundheitszusammenarbeit?

Die Gesundheitszusammenarbeit im internationalen Kontext ist angehalten, die Umsetzung ihrer Programme mit forschendem Wissensdurst zu begleiten. Werden die Zielgruppen eines Projektes erreicht? Findet die gesundheitliche Stärkung der Bevölkerung tatsächlich statt? Weshalb werden unerwartete Ergebnisse erzielt? Diese sogenannte „operational“ oder besser noch „implementation research“ ist zentral, um die Qualität der eigenen Programme sicherzustellen und um die Grundlagen zu erhalten, damit Handlungsrichtlinien für die Weiterentwicklung erarbeitet oder das Upscaling eines Projektes vorangetrieben werden können.

Der Ruf nach guter „implementation research“ ist in den letzten Jahren stärker geworden. Die DEZA hat etwa zusammen mit dem Schweizerischen Nationalfonds das Programm Research for Development lanciert, um Forschung und Innovation rund um Entwicklungsthemen auch im Bereich Gesundheit zu fördern.

Aufbau von Kompetenz

Doch welche Rolle können Nichtregierungsorganisationen, die im Gesundheitsbereich tätig sind, darin spielen? Oft fehlen innerhalb der Organisationen die Fachleute, welche mit angewandter Forschung die Projekte begleiten können. Mal ganz abgesehen davon, dass sehr oft die finanziellen Mittel nicht vorhanden sind, um „implementation research“ in die Projekte überhaupt zu integrieren.

Hier setzt nun das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz auf Initiative einiger seiner Mitgliedorganisationen an: Gemeinsam im Rahmen eines Round Tables und eines Side Events an der European Conference on Tropical Medicine and International Health wollen über die Möglichkeiten einer gemeinsamen, Schweizer Austauschplattform zu „implementation health research“ nachdenken.

Martin Leschhorn Strebel
Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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