UN-Gipfel gegen nicht-übertragbare Krankheiten: Wann kommen Nägel mit Köpfen?

Der UN-Gipfel zu den nicht-übertragbaren Krankheiten hat seine Tore geschlossen. Seit dem Gipfel zu Aids im Jahre 2001 war es der erste UN-Gesundheitsgipfel. Dies allein zeigt schon die Bedeutung, welche die internationale Politik den nicht-übertragbaren Krankheiten gibt.

Damit der Gipfel nicht nur „l’Art pour l’Art“ bleibt, sollten wir uns allerdings nicht damit zufrieden geben, dass der Anlass schon an sich stattgefunden hat und eine der Stärken der Schlusserklärung in der Betonung von strukturellen Ursachen globalen Verbreitung der Krankheitsgruppe liegt.

Denn die Frage ist ja, was nun die internationale Politik aus diesem Befund macht. Die entwickelten Länder haben sich im Vorfeld gegen mögliche, harte Forderungen an die Lebensmittel-, Tabak- und Alkoholindustrie gewehrt. Die Schlusserklärung des UN-Gipfels unterstreicht nun zwar die Bedeutung dieser Risikofaktoren und deutet die Möglichkeit an, dass Einschränkungen im Marketing und regulatorische Massnahmen hier effizient wirken könnten. Sie weicht aber klaren Vorschlägen für politische Massnahmen aus.

Um den politischen Druck hoch zu halten, hätte der Gipfel klarere Zielsetzungen formulieren müssen. Die Weltgesundheitsorganisation etwa hat im Vorfeld vorgeschlagen, dass die weltweite Sterblichkeit aufgrund der nicht-übertragbaren Krankheiten bis ins Jahr 2025 um 25% gesenkt werden müsste. Dieser Vorschlag hat nun keinen Eingang in die Schlusserklärung gefunden.

Der Ball auf der globalen Bühne, um den Kampf gegen die chronischen Krankheiten voranzubringen wurde in der Schlusserklärung der WHO zugespielt. Dies ist grundsätzlich positiv. Die WHO muss sich nun aber möglichst schnell an die Arbeit machen, wird sie doch den von der UNO postulierten Aktionsplan gegen nicht-übertragbare Krankheiten bis Ende 2012 vorlegen müssen.

Martin Leschhorn Strebel Geschäftsleitungsmitglied

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