Universal Health Coverage: Um die heissen Fragen herumtanzen

Haben Sie bemerkt, dass der neue Weltgesundheitsbericht erschienen ist? Im Gegensatz zu früheren Ausgaben sind die Massenmedien kaum darauf eingetreten. Das Thema „Forschung für Universal Health Coverage“ hat die Redaktionen nicht aus dem Busch geklopft.

Der im Weltgesundheitsbericht verfolgte Ansatz war wohl zu akademisch: Im Zentrum steht eine Ansammlung fragmentierter Fallbeispiele, die im Einzelnen durchaus von Interesse sein mögen als Ganzes aber für die Medien kaum Nachrichten- und Reflexionscharakter haben.

Kommt hinzu, dass für viele Redaktionen das Universal Health Coverage-Konzept wohl zu schleierhaft bleibt, um es über einen informierten Kreis hinaus als debattierwürdig zu halten. Dabei wäre der diesjährige Weltgesundheitsbericht seitens der WHO wohl als Etappenziel im globalen Siegeszug von Universal Health Coverage (UHC) gedacht gewesen.

Und trotzdem: UHC bleibt auf der Agenda der internationalen Gesundheitszusammenarbeit und wird unsere Debatten und Konzepte wohl in naher Zukunft weiter prägen. Das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz setzt sich an seinem diesjährigen Symposium kritisch damit auseinander. Welchen Beitrag leistet UHC um die Basisgesundheitsversorgung umfassend zu stärken? Wo müssen wir in Zukunft über UHC hinausgehen, um das Recht auf Gesundheit zu verwirklichen? Es sind politische, ökonomische und soziale Fragen, die umfassend beantwortet werden müssen. Erst dies entscheidet über die Tauglichkeit des UHC-Konzepts.

Martin Leschhorn Strebel Geschäftsleitungsmitglied

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