Universal Health Coverage vor dem Schiffbruch?

Es zogen bereits verschiedene Gedankenblasen am Horizont der Post-MDG-Ära vorüber: Vom globalen Gesundheitsrahmenabkommen über das Universal Health Coverage-Konzept bis zum schlichten Fortschreiben der bisherigen Gesundheitsentwicklungsziele. Anfangs März trafen sich in der botswanischen Hauptstadt Gaborone Gesundheitsminister, DirektorInnen internationaler Organisationen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft zu einem High-Level Dialog zur Gesundheit in der Post-2015 Entwicklungsagenda.

Der Bericht des Treffens bleibt schwammig. Ausgehend von einer „Healthy Planet, Healthy People“ Vision wird das Oberziel „Maximizing health at all stages“ postuliert, um dann die mit der Reduzierung der nicht-übertragbaren Krankheiten angereicherten, bestehenden Gesundheitsentwicklungsziele (MDG 4, 5 und 6) fortzuschreiben. Diese Ziele würden für die Zeit nach 2015 neu justiert und teilweise radikalisiert.

Interessant ist, wie das von der WHO portierte Konzept Universal Health Coverage (UHC), das sich am besten mit „allgemeine Gesundheitsversorgung“ übersetzen lässt, an dem Treffen gedreht und gewendet wurde. Sollte es nicht eher Universal Health Access heissen? Schliesslich sei Access als politisch wirkungsmächtiger Begriff in den Gesundheitsdebatten schon eingeführt. Umgekehrt widerspiegelt Coverage, dass die Inanspruchnahme der Gesundheitsdienste nicht mit finanziellen Risiken verbunden ist. Im Bericht wird denn auch von „Universal Health Coverage (and Access)“ geschrieben und damit bereits ein möglicher Ausweg aus der Debatte aufgezeichnet.

Doch neben dieser semantischen Debatte stellt sich eine grundlegendere Frage: Wie verknüpft sich UHC mit der Nach-2015-Entwicklungsagenda? Ist die Erreichung der UHC nun selbst ein Ziel oder aber einfach ein Mittel, um die anderen Ziele zu erreichen?

Diese Debatte zeigt, dass das UHC-Konzept aufgrund seiner inhaltlichen Unschärfe noch nicht in den Köpfen angekommen ist. Wenn ihre PromotorInnen damit nicht Schiffbruch erleiden möchten, sollten sie um einiges konkreter werden.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

Newsletter abonnieren