Wie wirkungsmächtig ist Universal Health Coverage tatsächlich?

Universal Health Coverage ist das von der Weltgesundheitsorganisation geförderte Konzept, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu erhöhen und die Finanzierung der Gesundheitssysteme zu sichern. Was hier so einfach tönt, ist ein ziemlich abstraktes und vieldeutiges Konzept, das aber auf den höchsten politischen Ebenen, wie der UN-Generalversammlung, gestützt wird.

Politisch ist UHC also höchst relevant – doch ist es dies auch für die konkrete Arbeit zugunsten der Gesundheit der Ärmsten? Die Zweifel bei den PraktikerInnen in der internationalen Gesundheitszusammenarbeit sind gross. Man hört auch von einem gewissen Frust, dass GesundheitspolitikerInnen einmal mehr völlig abgehoben von den Realitäten im Feld ihre Konzepte durch die Konferenzsäle prügelten.

Diese Diskrepanz sollte uns zu denken geben. Sind GesundheitsaktivistInnen nicht mehr fähig, die politischen Entscheidungen auf globaler Ebene zu beeinflussen? Gilt dies so allgemein oder nur auf das UHC-Konzept bezogen? Hat sich im Machtspiel zwischen Regierungen, ihren internationalen Vertretungen und den Nichtregierungsorganisationen seit Alma Ata etwas Grundlegendes verändert? Es würde sich lohnen diesen Fragen vertieft nachzugehen – es sind auch Fragen, die unser Netzwerk Medicus Mundi Schweiz im Kern beschäftigen muss.

Das MMS Symposium am 6. November 2013 ist eine Gelegenheit dazu. Uns interessiert, ob UHC tatsächlich so wirkungsmächtig werden könnte, dass es unsere Arbeit für die Gesundheit in Entwicklungsländern grundsätzlich verändern und bestimmen wird. Wir wollen wissen, welche Akteure mit welchen Interessen hinter UHC stecken. Und wir wollen klären, wie sich Elemente des UHC-Konzeptes in der konkreten Arbeit umsetzen lassen. Denn eines ist klar: Ignorieren lässt sich die laufende UHC-Debatte nicht.

Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung

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