Programm


ab 8.30 Kaffee, Gipfeli
09.10 - 10.45

Plenum: Wie kann die Gesundheitsversorgung besser
auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet werden?

"Alle, die dieselben Gesundheitsbedürfnisse haben, sollten gleich behandelt werden, und diejenigen mit den grössten Bedürfnissen sollten prioritär behandelt werden, um dem Ziel gerecht zu werden, die Ungleichheit im Zugang zu Gesundheit zu verringern."

Die im Weltgesundheitsbericht 2000 erhobene Forderung nach horizontaler und vertikaler Gerechtigkeit von Gesundheitssystemen ist nicht einfach umzusetzen, weder in armen noch in reichen Ländern. Im Grundlagenteil des Symposiums werden unterschiedliche Ansätze und politische Optionen dargestellt.

Marcel Tanner, Direktor des Schweizerischen Tropeninstituts: Mittelverteilung und Prioritätensetzung im Gesundheitswesen. Ein Überblick auf der Grundlage von Erfahrungen in der Schweiz und in Tansania.

Bonaventure Savadogo, früherer Abteilungsleiter Planung und Evaluation im Gesundheitsministerium von Burkina Faso: Prioritätensetzung und Mittelverteilung in Gesundheitssystemen des subtropischen Afrika: Entscheidzentren und -mechanismen.

Guy Morin, Arzt, früherer Präsident der Gesundheitskommission Basel-Stadt: Mittelverteilung im schweizerischen Gesundheitswesen – Optionen im Spannungsfeld von Bedürfnissen, Möglichkeiten und Finanzierbarkeit.

Jean-Marc Thomé, Schweizerisches Rotes Kreuz: Das Spital in Takeo, Kambodscha – unterwegs zu nachhaltigen Finanzierungsmechanismen.

10.45 - 11.15 Pause
11.15 - 12.15

Kupanga Ni Kuchagua
(Planen bedeutet auswählen)

Von Tansania lernen? Bedarfsanalysen, Planung und Umsetzungsprozesse, und die Bedeutung der wirkungsvollen Führung – Ein Gespräch mit zwei Gästen.

Maximilian Mapunda, Gesundheitsökonom, WHO Büro in Dar es Salaam: Erfahrungen in der Mittelzuteilung auf nationaler Ebene in Tansania.

Don de Savigny, Forschungsleiter des "Tanzania Essential Health Intervention Project": Gesundheitsinterventionen auswählen und Prioritäten setzen - aus der Sicht eines Gesundheitsdistrikts in Tansania.

12.15 - 13.30 Mittagspause mit Stehbuffet
13.30 - 15.00 Parallelsession A: deutsch

...und wenn das Geld sowieso nicht reicht:
Ethische und ökonomische Einsichten zur Rationierung

Was das Ausmass der Gesundheitsprobleme und die zur Verfügung stehenden Mittel betrifft, lassen sich reiche und arme Länder kaum vergleichen. Dennoch lohnt sich der Austausch zwischen Praktikern in der Schweiz und in der internationalen Gesundheitszusammenarbeit zum Dilemma der Rationierung. Ein Runder Tisch.

Christoph Pachlatko, Ökonom und Theologe, Direktor des schweizerischen Epilepsiezentrum in Zürich und Gründungsmitglied von Dialog Ethik

Guy Morin, Arzt, früherer Präsident der Gesundheitskommission Basel-Stadt

Ruedi Spöndlin, Jurist und Journalist, Redaktor der Zeitschrift "Soziale Medizin"

VertreterInnen schweizerischer Organisationen der internationalen Gesundheitszusammenarbeit

13.30 - 15.00

Parallelsession B: deutsch, französisch

Wie können Gemeinschaften ihre Prioritäten
selbst bestimmen – und sie auch durchsetzen?

Die Bevölkerung ist in der Regel im Gesundheitsbereich mehr an Umsetzungsaktionen beteiligt als an der Entscheidfindung, und die Gesundheitsdienste gehen noch viel zu wenig auf ihre Anliegen ein. Lokale Gemeinschaften verfügen über wenig Einfluss auf Budgets und Planungsprozesse, und das lokale Wissen, die Prioritäten und Präferenzen der Bevölkerung, werden bei in Entscheidungsprozessen wenig oder unsystematisch berücksichtigt. Doch wenn die Menschen, die von Krankheiten betroffen sind, nicht über stärkere Kontrolle über die für ihre Gesundheitsversorgung oder für den Erhalt ihrer Gesundheit nötigen Ressourcen verfügen, bleibt der gleichberechtigte Zugang zu Gesundheit ein Traum” (Equinet, 2002)

Ein Austausch von Erfahrungen über erfolgreiche Prozesse, an denen schweizerische Organisationen beteiligt sind.

Bea Schwager, medico international schweiz

Jean-Dominique Laporte, iuéd

Nicolaus Lorenz, Schweizerisches Tropeninstitut

13.30 - 15.00 Parallelsession C: englisch

Neue Herausforderungen, neues Geld – und überholte Strategien?
Ein Gespräch über die Prioritäten internationaler und nationaler Programme

"Heute, zu Beginn des dritten Jahrzehnts, in dem wir mit der weltweiten Aidsseuche leben, haben ein erneuerter politischer Wille und neue Technologien die Möglichkeit eröffnet, diesen globalen Mörder endlich zurückzubinden. Wir müssen jetzt handeln. Ich werde die Ressourcen, die der WHO zur Verfügung stehen, darauf konzentrieren, den Ländern beizustehen, die den Kampf gegen die Aidsseuche führen." (Antrittsrede des neue WHO-Generaldirektors Lee, 21. Juli 2003)

Es scheint, als ob die internationalen Organisationen wieder verstärkt auf traditionelle, vertikale Programme der Bekämpfung einzelner Krankheiten wie Aids oder Malaria setzen und dabei den Aufbau und die Integration nationaler Gesundheitssysteme vernachlässigen. Stimmt diese Analyse? Wie kann die Schweiz die Strategien der multilateralen Programme beeinflussen, und wie definiert sie die Prioritäten ihrer eigenen Gesundheitszusammenarbeit? – Ein Gespräch mit Vertretern der DEZA, die darauf einige Antworten geben können.

Jacques Martin, Sektion Multilaterales, DEZA

Daniel Mäusezahl, Fachsektion Soziale Entwicklung / Gesundheit, DEZA

13.30 - 15.00 Parallelsession D: englisch

Trag' Sorge zum Geld - und zu den Menschen!
- Die Rolle von Gouvernanz und Führung

Die im Gesundheitsbereich zur Verfügung stehenden Mittel werden oft ineffizient und wenig wirkungsvoll eingesetzt und erreichen zudem ausgerechnet die Bedürftigsten nicht. Wie entstehen auf nationaler und lokaler Ebene aus "guten Absichten" und hübschen Dokumenten wirkungsvolle und auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtete Gesundheitsdienste? Was kann eine gute, verantwortungsvolle und effektive Führung zur Verbesserung der Gesundheitsleistungen beitragen? – Zwei Fachleute benennen kritische Themen und formulieren einige Antworten.

Rene Loewenson, Koordinatorin von Equinet Africa, Zimbabwe

Rudolf Fischer, Geschäftsführer von SolidarMed

15.00 - 15.30 Pause
15.30 - 16.30 Schlussplenum
Feedback aus den Parallelsessionen
Schlussfolgerungen und Rückblick (durch SymposiumsteilnehmerInnen)
16.30 Ende des Symposiums