Aborder ensemble la violence sexuelle et le VIH

Editorial

Von Helena Zweifel

Wir erreichen unser Ziel einer Welt ohne Aids nur, wenn wir unser Engagement für einen umfassenden Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung und Pflege mit dem Engagement gegen sexuelle Gewalt und Gewalt an Frauen verknüpfen. Sexuelle Gewalt ist eine drastische und weit verbreitete Verletzung der Menschenrechte und der Menschenwürde. Gemäss aktuellen Schätzungen erfährt weltweit eine von drei Frauen in ihrem Leben sexuelle oder häusliche Gewalt. In Subsahara Afrika sind drei von vier Mädchen HIV-positiv. Damit sind sie eine der am stärksten von HIV betroffenen und einem hohen Risiko ausgesetzte Gruppen.

Editorial

HIV ist nach wie vor die wichtigste Todesursache von Frauen im reproduktiven Alter in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.  „Geschlechtsspezifische Gewalt, Ungleichheit und fehlender  Rechtsschutz feuern die Verbreitung dieser Epidemie dieser sehr gefährdeten Gruppe an“, hält der aktuelle Bericht von UNAIDS in pointierten Worten fest (Gap Report 2014).

Obgleich die gegenseitige Verknüpfung von HIV und sexueller Gewalt, von HIV als Folge und Ursache von sexueller Gewalt, hinreichend bekannt ist, wird das Thema im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit nur zögerlich diskutiert und noch seltener konkret angegangen. Dies ist erstaunlich, denn alle Entwicklungsorganisationen, ihre Mitarbeitenden und Bevölkerung, mit der sie zusammenarbeiten, sind von der Problematik betroffen, insbesondere in den Länder Afrikas mit hoher HIV-Prävalenz. Stärker noch als Aids wird das Thema sexuelle Gewalt tabuisiert, wird der Deckel der Verschwiegenheit und Scham darüber gestülpt  und ist eine grosse Hilflosigkeit spürbar.

aidsfocus.ch hat HIV und sexueller Gewalt mit der Fachtagung vom 10. April 2014 in Bern „Addressing HIV and sexual violence“ auf die schweizerische Agenda gesetzt.  Der Fokus war auf der konkreten Unterstützung von Überlebenden sexueller Gewalt.  Ermutigende Beispiele aus dem südlichen Afrika wurden vorgestellt von Sinikiwe Biyela zu LifeLine in Südafrika, von Alice Welbourn zu Stepping Stones in Malawi und von Marie Gilbrin zu den Programmen der DEZA in der Region der grossen Seen in Afrika.

Die Beispiele zeigen auch, wie über die individuelle  Unterstützung der Betroffenen hinaus Aktionen und Veränderungen eingeleitet werden, die oft von der lokalen Gemeinschaft ausgehen. Dies gibt Hoffnung für die Zukunft, Mut und Argumente, dass eine Welt ohne Aids und mit weniger Gewalt, in der das Recht aller Menschen auf Gesundheit und würdevolles Lesben Wirklichkeit wird.

Helena Zweifel

Helena Zweifel, war bis Ende August 2014 Geschäftsführerin Medicus Mundi Schweiz und Koordinatorin von aidsfocus.ch; Kontakt: helenazweifel@hotmail.com