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HIV, AIDS and Advocacy |
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Bulletin of Medicus Mundi Switzerland No. 125, September 2012
aidsfocus.ch zum Ende der Aids-Konferenz in Washington
Eine Wende ist möglich, wenn jetzt gehandelt wird
Washington, 27. Juli 2012 - Die heute zu Ende gehende 19. Internationale Aidskonferenz hat gezeigt, dass eine künftige Generation ohne Aids möglich ist. Wir stehen an einem einzigartigen Zeitpunkt in der Geschichte der Aidsepidemie. Mit dem heutigen Stand der Wissenschaft können Millionen von Menschenleben gerettet werden, wenn wir alle Präventionsstrategien implementieren und Menschen möglichst frühzeitig mit lebensrettenden anti-retroviralen Medikamenten behandeln.
By Helena Zweifel * (Medicus Mundi Switzerland)

Ein breites Spektrum von Präventionsmethoden steht heute zur Verfügung. Bewährte Methoden sind Kondome sowie der Verhinderung der Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Neugeborene durch antiretrovirale Medikamente. Zu den neueren Präventionsmethoden zählt die frühzeitige Behandlung von HIV-positiven Menschen mit Aids-Medikamenten, die die Behandelten deutlich weniger ansteckend macht. Spätestens seit der Konferenz in Washington ist klar, dass jede weitere Verzögerung in der Behandlung zu zusätzlichen HIV-Infizierten führt.
Ein Hindernis für erfolgreiche HIV-Präventionsmassnahmen stellt in vielen Teilen
der Erde die gesellschaftliche Diskriminierung von Gruppen dar, die besonders
von HIV betroffen sind: Männer, die Sex mit Männern haben, SexarbeiterInnen
und Drogennutzende. Berichte von Betroffenen zeigten auf, dass jegliche Form
der Diskriminierung beseitigt werden muss. Nur wenn die Menschenrechte aller
respektiert werden und die gefährdete Gruppen selbst zu Wort kommen, können
HIV-Präventionsmassnahmen wirksam umgesetzt werden.
Die Washingtoner Erklärung ruft dazu auf, das Blatt zu wenden. Helena Zweifel,
Koordinatorin von http://www.aidsfocus.ch/,
der schweizerischen Fachplattform HIV/Aids und internationale Zusammenarbeit.ch
ist überzeugt, dass das Blatt gewendet werden kann in Richtung einer künftigen
Generation ohne Aids. Dazu braucht es den politischen Willen aller Entscheidungsträger,
globale Verantwortung zu übernehmen und Solidarität zu leben. Für die Schweiz
bedeutet dies, ihren finanziellen Beitrag zur Bekämpfung der internationalen
Aidsepidemie substantiell zu erhöhen und sich dafür einzusetzen, dass Pharmapatente
nicht den Zugang zu lebensnotwendigen und kostengünstigen Medikamenten verhindern.