Arbeiten in fragilen Kontexten: Frieden und Vertrauen schaffen

Gesundheit in fragilen Kontexten zu stärken, stellt eine besondere Herausforderung dar: Die Fallstricke sind zahlreich, Erfolge nur langsam zu erreichen. Für die Menschen, welche in betroffenen Regionen leben, ist das Engagement zugunsten einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände aber umso wichtiger.

Schwache staatliche Strukturen und Leistungen, vielschichtige soziale und politische Konflikte, die sich schnell in einen offenen, gewalttägigen Konflikt umkehren können: Die Gesundheitszusammenarbeit in fragilen Kontexten stellt eine enorme Herausforderung dar. Die klassischen Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit greifen in solchen Regionen nur schwer, humanitäre Hilfe nur unzureichend.

Doch gerade in diesen fragilen Kontexten ist die Bevölkerung auf den Zugang zu einer verlässlichen Gesundheitsversorgung besonders angewiesen. Mehr noch: Gut gemachte Gesundheitszusammenarbeit, die gegenüber diesen Kontexten besonders sensibel auftritt, kann eine wichtige Rolle spielen, um die Strukturen für Gesundheit so zu stärken, dass ein andauernder Beitrag zur Friedenssicherung und zum Aufbau funktionierender und damit auch vertrauenswürdiger Strukturen gelegt werden kann.

Lernprozesse und politische Kontexte

Wie schwierig dies ist, hat die Ebola-Epidemie in den nach diversen Konflikten fragilen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea gezeigt. Trotz dieser Herausforderungen weigern sich verschiedene Organisationen, den Kopf in den Sand zu stecken. Die DEZA legt in ihrer Strategie für die kommenden Jahre einen Schwerpunkt in der Arbeit in fragilen Kontexten. Und das Schweizerische Rote Kreuz systematisiert seine Erfahrungen im Südsudan und auf Haiti mit einer Studie.

Das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz greift die Thematik auf und beteiligt sich an verschiedenen Anlässen, um den Lernprozess zum Arbeiten in fragilen Kontexten im Netzwerk zu stärken. An unserem diesjährigen Symposium am 2. November 2016 wollen wir Ergebnisse dieses Prozesses vorstellen, diskutieren und auch in einen politischen Kontext rücken.

Martin Leschhorn Strebel
Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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