Ohne Gesundheitspersonal keine Entwicklung

Die Weltgesundheitsversammlung hat eben einen Fünfjahresplan zum Thema Gesundheitspersonal und wirtschaftliche Entwicklung verabschiedet. Damit kommt in die Debatte rund um den globalen Gesundheitspersonalmangels endlich wieder Bewegung.

Rund um das Thema des Gesundheitspersonalmangels ist es in jüngster Zeit in den Medien ruhiger geworden. Doch die Problematik bleibt dennoch bestehen: Eine älter werdende Gesellschaft stellt richtigerweise sowohl qualitativ wie auch quantitativ höhere Ansprüche an die Gesundheitsversorgung. Dies steigert den Bedarf an gut ausgebildetem Gesundheitspersonal – ein Bedarf, den die Schweiz aber entgegen dem WHO Kodex zur Rekrutierung von Gesundheitspersonal nicht selbst decken kann. Auch in Zukunft wird die Schweiz wie auch andere reiche Länder auf die Rekrutierung im Ausland angewiesen sein – notfalls auch mit Gesundheitspersonal aus Ländern mit weit schwächeren Gesundheitssystemen.

UN-Agenda 2030 ohne Gesundheitspersonal?

Die globale Entwicklung bis 2030 ist eindrücklich: Weltweit wird es im Gesundheitssektor 40 Millionen neue Stellen brauche – der Mangel in Ländern mit einem niedrigen nationalen Einkommen wird auf 18 Millionen anschwellen. Es stellt sich die Frage, wie die UN-Agenda Ziele 1 (keine Armut), 3 (Gesundheit und Wohlergehen), 4 (hochwertige Bildung), 5 (Geschlechtergleichheit) oder 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) unter diesen Umständen erreicht werden sollen.

Klar ist, dass es in den Entwicklungsländern einen starken Effort braucht, um einerseits in die Ausbildung der KrankenpflegerInnen, ÄrztInnen oder Hebammen zu investieren, aber auch um andererseits Arbeitsbedingungen vor Ort sicherstellen zu können, unter welchen das Gesundheitspersonal auch ihre Arbeit verrichten kann. Ansonsten ist dieses schnell wieder weg.

Die Debatte rund um die Bedeutung von gut ausgebildetem Gesundheitspersonal nimmt glücklicherweise langsam wieder Fahrt auf. Im Mai hat die Weltgesundheitsversammlung den durch eine Initiative der UNO erarbeitete Fünfjahresplan „Health Employment and Economic Growth“ verabschiedet. Im November findet in Dublin das vierte “Global Forum on Human Resources for Health” statt. Und das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz diskutiert zusammen mit dem Schweizerischen Berufsverband der Pflegefachfrauen und –männer an einem Roundtable am 4. September die Thematik.

Martin Leschhorn Strebel
Geschäftsführer Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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