«Gesundheit für Alle» bis 2030 – der Kampf geht weiter

Es steht vor der Tür – das MMS Symposium vom 7. November 2018 zur Zukunft der Basisgesundheitsversorgung. Eine Vorschau auf eine brisante Tagung.

Revolutionen im Gesundheitsbereich sind gekommen und verschwunden – warum diese nicht? Warum mobilisiert die Alma-Ata-Deklaration zur Basisgesundheitsversorgung auch vierzig Jahre nach der Konferenz noch immer Menschen weltweit? Ich vermute, weil es den Anspruch auf das grundlegende Recht auf Gesundheit fassbar und ein immer technologischeres System menschlich macht.

Der Mensch im Zentrum

Die Basisgesundheitsversorgung verlangt nach Mitsprache der Gemeinden und Gemeinschaften zur Gestaltung ihrer alltäglichen Gesundheitsversorgung und eines Umfeldes, in dem sie gesund bleiben können. Sie ist der direkte Zugang zu einem als komplex und oft auch als entmenschlicht empfundenen System. Sie enthält das Versprechen und den Anspruch, dass die Gesundheitsversorgung den Mensch ins Zentrum stellt. Und sie verlangt, dass das System demokratisch und damit bedarfs- und bedürfnisgerecht kontrolliert und gesteuert wird. Das Konzept der Basisgesundheitsversorgung ist damit Kristallisationspunkt, um das Recht auf Gesundheit zu verwirklichen.

Diesen Kristallisationspunkt bildet auch das diesjährige MMS Symposium, bei dem es exakt um die Zukunft der Basisgesundheitsversorgung und um ihre Rolle in der internationalen Gesundheitszusammenarbeit geht. Es bringt die in der Schweiz für das Recht auf Gesundheit engagierten Menschen zusammen. Das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz wird ihr Manifest Gesundheit für alle in einer Generation vorstellen und diskutieren. Und wir tun dies nicht allein und wir tun dies auch selbstkritisch, um bereit zu sein für die anstehenden Auseinandersetzungen um die Agenda 2030 der vereinten Nationen – also von uns allen in der Schweiz und weltweit zum Durchbruch zu verhelfen.

Widersprüche und Widerstände

An unserem Symposium erwarten wir die Nationalratsvizepräsidentin Marina Carobbio Guscetti. Und wenn sie über „The future of Primary Health Care: Contradictions between Global Challenges and Political Decisions” referiert, dann weiss sie wahrlich, wovon sie spricht: Sie ist Präsidentin von AMCA und damit mit der internationalen Gesundheitszusammenarbeit bestens vertraut. Und sie ist Hausärztin im Kanton Tessin – sie kennt die Bedeutung der Basisgesundheitsversorgung ganz direkt aus ihrer Arbeit.

An unserem Symposium wird auch Francisco Songane mit uns sein. Der ehemalige Gesundheitsminister von Mosambik kennt aus jahrelangem Engagement die Stolpersteine und die aktiven Widerstände zur Erreichung des Rechts auf Gesundheit für alle. Und wir erwarten Gäste aus Chiapas, aus Moldavien, aus Italien und der Schweiz.

Gut, falls Sie sich also schon entschieden haben, an unser Symposium am 7. November 2018 zu kommen. Und kommen Sie doch gleich auch an unseren Filmabend einen Tag davor: Mit dem eindrücklichen Film „A Luta Continua“ zeigen wir den turbulenten Weg Mosambiks im Aufbau seines öffentlichen Gesundheitssystems.

„A Luta Continua“ – Der Kampf geht weiter und wir sind auch vierzig Jahre nach Alma-Ata bereit.

Martin Leschhorn Strebel
Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

Newsletter abonnieren